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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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R  o  e  s  1  e  r

Kopfbedeckung  trugen  (Herod.  7,  75,  Xenopli.  anab.  7,  4.  4)  und
zugleich  Kleid.  In  der  Bedeutung  Kopfbedeckung  (denn  jede  andere ­
  ist  auf  historischem  Wege  aus  dieser  abgeleitet)  erkenne  ich  das
pers.  vsar  ^  Kopf  und  pars,  prsep.  ba  npers.  <_>  und  darum  basarn
für  ein  iran.Wort.  Dass  ägyptisches  basor  einen  Fuchs  bedeutete,  bat
bei  dem  Umstand,  dass  die  thrac.  Hauptbedeckung  meist  aus  Fuchsfellen ­
  bestand,  zu  dem  Irrtum  Anlass  gegeben,  auch  thrac.  bnsara  als
Fuchs  zu  deuten.  Was  mich  aber  in  meiner  Erklärung  bestärkt,  ist,  dass
ich  sar  auch  in  anderer  Weise  in  Ausdrücken  für  Kleidung  erwähnt
finde.  So  ist  o0.pa.mg  nach  Pollux  7,  6t  ein  persiseh-medisches  Gewand, ­
  und  Isidorus  redet  von  sarabara  (sicherlich  aus  sar  mit  abar,
eher,  npers.  ber,  super)  in  folgender  Weise:  quosdam  autem  sarabarse
qusedam  capitum  tegmina  nuncupantur  qualia  videmus  in  capite  magorum
  picta.  —  Diese  Etymologien  werden  vorjetzt  genügen,  um  den
Platz  des  Thracischen  dicht  bei  dem  Iranischen  festzustellen,  bis  etwa
genauere  Aufschlüsse  uns  zu  Theil  werden.  Unsicher  bleibt  unser  Urtheil
  in  Bezug  auf  die  Geten  und  Dacier,  denn  unser  Vorrat  ist  winzig
klein,  und  was  mehr  ist,  der  Zufall  hat  ihn  unglücklich  gewählt.  Er
besteht  nur  aus  Eigennamen  von  Personen,  Völkern,  Orten,  Pflanzen.
Beicher  fällt  die  sprachliche  Trümmerlese  bei  den  Daciern,  viel
kärglicher  bei  den  Geten  aus,  und  da  niemals  dasselbe  Wort  getisch
und  dacisch  zugleich  überliefert  ist,  so  bleibt  es  unklar,  welches  das
Verhältnis  zwischen  den  beiden  Sprachen  gewesen.
Gemeinsam  ist  es  den  gesammten  Sprachfragmenten,  unerklärt
zu  sein,  und  auch  keine  Handhabe  zur  Erklärung  zu  bieten.  Fremd
stehen  sie  uns  gegenüber  und  erregen  die  Pein  des  Sprachforschers.
Wol  hat  J.  Grimm,viele  der  Pflanzennamen  einer  Prüfung  unterzogen
und  sie  gemäss  seiner  uns  genugsam  bekannten  Hypothese  dem  germanischen ­
  Sprachenschatze  vindieieren  wollen.  Aber  dieser  Versuch
ist  als  gänzlich  gescheitert  anzusehen.  Die  Erklärungen  sind  willkürlich ­
  und  gewaltthätig  und  verleugnen  in  ihrer  unwissenschaftlichen
Klanghermeneutik  gänzlich  die  strenge  Methode  des  grossen  Schöpfers
der  Germanistik.
            
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