Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Daeier  und  Romanen.  7  9
freien  Daciern  bestand,  war  weit  davon  entfernt,  eine  Vermischung ­
  von  Daciern  mit  Römern  zu  bewirken.
bj  Dacische  Bestandtheile  konnten  bisher  schon  wegen  Mangels
eines  dacischen  Sprachdenkmals  in  der  romanischen  Sprache
nicht  nachgewiesen  werden;  gelegentliche  Zusammenstimmung
mit  dem  Albanesischen  kann  dafür  nichts  beweisen,  da  zwischen
Albanesisch  (Illyrisch)  und  Dacisch  (Thracisch)  schwerlich  mehr
als  allgemeine  indogermanische  Verwandtschaft  besteht.
c)  Die  Walachen  nennen  sich  Romanen,  Rumunen  (Remini),  weil
sie  Unterthanen  des  römischen,  d.  i.  des  byzantinischen  Reiches
waren,  gerade  so  wie  die  Neugriechen  und  Bulgaren  sich  in  demselben ­
  Sinne  und  aus  demselben  Grunde  Romiier  (Pcogaict)
nennen.
d)  Sie  sind  die  Nachkommen  der  zahlreichen  Ansiedler  Roms,  die
aus  dem  Trajanischen  Dacien  in  das  Aurelianische  Dacien  verpflanzt, ­
  durch  die  folgenden  Völkerwanderungen,  die  das  griechische ­
  Reich  betrafen,  in  ihrem  Zusammenhänge  getrennt,  und
über  den  ganzen  Raum  des  östlichen  und  mittleren  Theiles  der
Hämushalbinsel  zerstreut  wurden.  Zwei  Hauptäste  sind  zu
unterscheiden,  der  nördliche  und  der  südliche.  Die  Heimat  des
ersteren  war  lange  Zeit  Bulgarien,  von  ihm  gingen  die  Ansiedelungen ­
  Siebenbürgens,  der  Walachei  und  Ungarns  aus.  Der
südliche  bewahrt  die  alten  Silze  in  Macedonien  und  Thessalien
noch  heute.  Die  Mischung  mit  den  Slaven  ist  wegen  des  längeren ­
  innigen  Zusammenlebens  mit  den  bulgarischen  Slaven  bei
dem  nördlichen  Aste  bedeutender.
e)  Die  römische  Cultur  des  Trajanischen  Daciens  ist  völlig  untergegangen. ­
  Weil  keine  römische  Bevölkerung  sich  daselbst  erhielt, ­
  ist  auch  keiner  der  bedeutenden  Römerorte  ansehnlich
geblieben;  keiner  hat  seinen  alten  Namen  erhalten.  Es  wurde
vollständige  tabula  rasa.  Alle  Hauptorte  in  der  Walachei,  im
Banat  und  Siebenbürgen,  sind  neuerer  Gründung  und  leiten  diese
nicht  von  den  Romänen  ab,  die  keinem  zuerst  den  Namen  gaben,
sondern  die  bereits  gangbaren  acceptirten.  Auffallend  ist  dies
an  einigen  Flussnamey,  die  bereits  aus  der  Römerzeit  stammen. ­
  Die  romänischen  Benennungen  Oltu,  Temesiu,  Muresiu
für  Aluta,  Tibiscus,  Marisius  sind  augenscheinlich  nach  den
magyarischen  geformt.  Wie  anders  ist  dies  Verhältnis  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.