Dacier und Romanen.
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werden die bulgarischen Slaven in der Walachei, Moldau und im
südlichen Siebenbürgen nich mehr genannt. Waren noch welche
vorhanden, so ist ihre Anzahl jedenfalls überaus unansehnlich gewesen.
Dennoch ist das slavische Element intensiv und extensiv das
stärkste in der romäniselien Sprache, die sich dessen erst jetzt mit
Absicht mehr und mehr entäussert. Darum ist es wieder naturgemässer
anzunehmen, dass diese Imprägnirung des Walachischen durch das
Slavische im Süden der Donau erfolgte, wo das Slaventum durch
Zahl und Bestand den nördlichen Volkssplittern überlegen, einen nachhaltigeren
und durchdringenderen Einfluss zu gewinnen vermochte.
Man hat zugleich mit Recht bemerkt, dass fast alle Ämter und
Würden in den romanischen Staaten, die seit dem vierzehnten Jahrhundert
im Norden der Donau errichtet worden sind, slavische Namen
trugen. Da gab es die grossen Würdenträger des Ban, des Veliki
Vornik, Postelnik, Klucer, Stolnik, Komoruik, Pgharnik. Da waren
die boieri de statu oder Bojaren des Rates, die Ispravnici oder
Praefecten u. s. w. sämmtlich slavische Titulaturen. Woher sollten die
Romanen diesen slavischen Hofstaat entlehnt haben, wenn nicht von
den bulgarischen Zaren. Ist es vielleicht wahrscheinlicher, dass sie
ihn von armen vereinzelten Slavendörfern im Norden der Donau
adoptirten?
Zugleich sind manche lateinische Worte im jetzigen Bulgarisch
Zeugen von Berührungen desselben mit einem romanischredenden
Volke im Süden der Donau.
Die griechischen Elemente weisen gleichfalls auf einen langen
Zusammenhang mit griechisch-redender Volksmenge hin, denn die
wenigsten der Gräeismen sind erst aus dem Hofleben griechischer
Hospodare des 17. Jahrhunderts in die Sprache verpflanzt worden;
sie wurden in dem Grade häufiger, als dieser Verkehr mit Griechen
länger währte; daher besitzt das Macedowalachische ungleich mehr
griechisches Sprachgut als der nördliche, vom Griechentum länger
getrennte Dialekt ‘).
Die albanesischen Bestandteile im Walachischen hat man auch
aus einer anderen Quelle, als aus der rnitlelalterlichen Nachbarschaft
von Walachen und Albanesen herzuleiten gesucht. Es sei nämlich im
i) Meine Abhandlung, die griechischen und türkischen ßestandtheile im Romanischen.
S. 4, 21.