Dacier und Romanen.
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Spanien, Italien und zum Theil in England. So widerfuhr es den
Franken, Westgothen, Sueven, Vandalen, Ostgothen, Langobarden.
Die politische Geschichte jener Vermiscliungsprocesse von Germanen
mit Romanen hat die Sprache überall als betheiligte Zeugin miterlebt;
sie ist ein Archiv voll Urkunden über diese umgestaltenden Vorgänge;
sie lässt nichts verloren gehen; die einzelnen germanischen
Fremdworte, die neuen Idiotismen der romanischen Volkssprachen
sind die redenden Denkmäler der alten Völkerverbindungen. So zeigt
die italienische und spanische Sprache germanische Eindringlinge,
noch mehr von solchen die französische. Die Herrschaft der Araber,
ihr langes Weilen auf der Pyrenäenhalbinsel ist verewigt in den
arabischen Wörtern des Spanischen: die celtische Grundlage ist noch
jetzt, wenn auch ziemlich schwach, im Französischen nachweisbar.
Derart wird auch die walachische Sprache die Spuren der geschichtlichen
Processe, die das Volk durchlebte, in ihrem Wörterhuche,
wenn nicht in ihrer Grammatik aufbewahrt haben müssen.
Und da die Völkerwanderung an der unteren Donau nicht wie in
Frankreich im fünften, in Italien im sechsten, in Spanien im achten
Jahrhundert, sondern erst im vierzehnten ihr Ende erreichte, da
der Wechsel streifender, beerender und hausender Stämme ein
ungleich grösserer war, so werden wir von vornherein eine buntere
Sprachmischung erwarten müssen. Auch ist diese auffallend starke
Mengung des Walachischen mit fremdem Sprachstoff längst mit Staunen
bemerkt worden. Aber welcherlei Sprachelemente werden wir
zu begegnen hoffen? Halten wir an der gewöhnlichen Ansicht von
der Continuität daci sch er Wohnsitze der Walachen fest, so werden
wir uns zuerst Rechnung machen dürfen auf ein starkes Contingent
germanischen Spracheigens. Wie lange herrschten nicht Gothen und
Gepiden im trojanischen Dacien! Finden wir nun das Germanische
in der walachischen Sprache? Nein! Nicht nur nicht stärker ist die
Erfüllung mit germanischem Wortgute, als in den anderen romanischen
Sprachen, sondern sie fehlt auffallender Weise völlig. Die
wenigen deutschen Ausdrücke, die das Lexikon aufweist, sind modernen
Ursprungs, sind aus dem sächsischen Dialekte Siebenbürgens
entlehnt worden. Dann werden wir unsere Erwartung auf starke Anwesenheit
türkisch-tatarischer Bestandtheile richten. Petschenegen,
Usen, Rumänen waren durch Jahrhunderte Herren des den Walachen
gewöhnlich zugewiesenen Terrains. Zum wenigsten würde ein