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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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Spanien,  Italien  und  zum  Theil  in  England.  So  widerfuhr  es  den
Franken,  Westgothen,  Sueven,  Vandalen,  Ostgothen,  Langobarden.
Die  politische  Geschichte  jener  Vermiscliungsprocesse  von  Germanen
mit  Romanen  hat  die  Sprache  überall  als  betheiligte  Zeugin  miterlebt; ­
  sie  ist  ein  Archiv  voll  Urkunden  über  diese  umgestaltenden  Vorgänge; ­
  sie  lässt  nichts  verloren  gehen;  die  einzelnen  germanischen
Fremdworte,  die  neuen  Idiotismen  der  romanischen  Volkssprachen
sind  die  redenden  Denkmäler  der  alten  Völkerverbindungen.  So  zeigt
die  italienische  und  spanische  Sprache  germanische  Eindringlinge,
noch  mehr  von  solchen  die  französische.  Die  Herrschaft  der  Araber,
ihr  langes  Weilen  auf  der  Pyrenäenhalbinsel  ist  verewigt  in  den
arabischen  Wörtern  des  Spanischen:  die  celtische  Grundlage  ist  noch
jetzt,  wenn  auch  ziemlich  schwach,  im  Französischen  nachweisbar.
Derart  wird  auch  die  walachische  Sprache  die  Spuren  der  geschichtlichen ­
  Processe,  die  das  Volk  durchlebte,  in  ihrem  Wörterhuche, ­
  wenn  nicht  in  ihrer  Grammatik  aufbewahrt  haben  müssen.
Und  da  die  Völkerwanderung  an  der  unteren  Donau  nicht  wie  in
Frankreich  im  fünften,  in  Italien  im  sechsten,  in  Spanien  im  achten
Jahrhundert,  sondern  erst  im  vierzehnten  ihr  Ende  erreichte,  da
der  Wechsel  streifender,  beerender  und  hausender  Stämme  ein
ungleich  grösserer  war,  so  werden  wir  von  vornherein  eine  buntere
Sprachmischung  erwarten  müssen.  Auch  ist  diese  auffallend  starke
Mengung  des  Walachischen  mit  fremdem  Sprachstoff  längst  mit  Staunen ­
  bemerkt  worden.  Aber  welcherlei  Sprachelemente  werden  wir
zu  begegnen  hoffen?  Halten  wir  an  der  gewöhnlichen  Ansicht  von
der  Continuität  daci  sch  er  Wohnsitze  der  Walachen  fest,  so  werden
wir  uns  zuerst  Rechnung  machen  dürfen  auf  ein  starkes  Contingent
germanischen  Spracheigens.  Wie  lange  herrschten  nicht  Gothen  und
Gepiden  im  trojanischen  Dacien!  Finden  wir  nun  das  Germanische
in  der  walachischen  Sprache?  Nein!  Nicht  nur  nicht  stärker  ist  die
Erfüllung  mit  germanischem  Wortgute,  als  in  den  anderen  romanischen ­
  Sprachen,  sondern  sie  fehlt  auffallender  Weise  völlig.  Die
wenigen  deutschen  Ausdrücke,  die  das  Lexikon  aufweist,  sind  modernen ­
  Ursprungs,  sind  aus  dem  sächsischen  Dialekte  Siebenbürgens
entlehnt  worden.  Dann  werden  wir  unsere  Erwartung  auf  starke  Anwesenheit ­
  türkisch-tatarischer  Bestandtheile  richten.  Petschenegen,
Usen,  Rumänen  waren  durch  Jahrhunderte  Herren  des  den  Walachen ­
  gewöhnlich  zugewiesenen  Terrains.  Zum  wenigsten  würde  ein
            
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