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R o e a I e r
vor sicli gegangen, ihr Anfangspunct ist nicht verzeichnet worden.
Lange mochte man nur einen Theil des Jahres in den Thälern, auf
den Fluren weiden, und den Hämus noch als die feste Heimat, als
den väterlichen Herd angelten, bis man zur bleibenden Ansiedlung im
Norden schritt. So wandern noch heute die Mokane (Hirten) der
Moldau nicht nur in die Dobrudscha, sondern bis nach Macedonien
und Griechenland; ihr Aufenthalt ist vorübergebend, aber würden
sie eines Tages sich bleibend niederlassen, so würde man im
Westen Europas von dieser friedlichen langsamen Occupation selbst
beute noch spät und dürftig Kunde erhalten. Durch diese Hypothese
würde sich der auffallende Umstand erklären, wie im Norden der
Donau Walachen erst im dritten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts begegnen,
von da an bald in auffallender Menge auftreten konnten '),
während sie im Süden der Donau seit dem 6. Jahrhunderte bei
mancherlei Lücken der Berichte doch zusammenhängender wahrgenommen
werden.
Auch in der historischen Zeit der Romänen erscheinen Colonisationen
und Wanderungen von Hirt und Herde als durchaus nichts
Ungewöhnliches. Wir wollen einige davon hervorheben, weil sie der
angeregten Meinung der norddanubischen Rückwanderung ein bestätigendes
Gewicht zu leihen scheinen. Da ist eine Ansiedelung von
Walachen in der Marmaros unter dem ungarischen König Ladislaus
IV. dem Rumänien im Jahre 1284 bezeugt und diese sind allem
Anscheine nach ein Theil derjenigen, welche in der Nähe Konstantinopels
gewohnt hatten. Der Tartarenchan Nogaj trug sich im bezeichneten
Jahre mit einem Verheerungszuge gegen den griechischen
t) In (1er Urkunde Bela’sIV., welcher dem Johanniterorden den Severiner Banat
und Rumänien schenkte, besteht im ersteren ein den ungarischen Königen
unterstehendes Kniisenthum des Lyrtivy, die Walachcn wohnen in der terra
Lityra, in Rumänien spater die grosse Walachei genannt, ein walachischcr
Wojwode Szeneslaus gleichfalls als Unterthan der ungarischen Krone
(Fejer IV, i , 447 ft'.). Über die walachischen Kniisen vgl. den Aufsatz J.
Kemeny's im Siebenbiirgischen Magazin. So sehr es mir widerstrebt zu
polemisiren* so kann ich die Bemerkung hier nicht unterdrücken, dass
sich die romanischen Geschichtschreiber um so sichere Quellen als Urkunden
nicht im entferntesten bekümmern, und alles mit nationalem Hochmute
durch einige Phrasen abzuthun wähnen; so sind die Anfänge walachischcr
Geschichte von ihnen durchaus mit empörendem Leichtsinn behandelt. Vgl.
Peler Maior, Sinkai, Cngalnicean u. a.