Daeier und Romanen. 71
stellte und auf Bezahlung der Rückstände drang, fiel er in Ungnade
und wurde geblendet.
Ähnlich verlief das Jahr 1190. Die Walachen Hessen sich aus
den Vortheilen des Guerillakrieges nicht hervorlocken, und vermieden
grössere Kämpfe. Ihre zahlreichen Festungen waren vortrefflich verteidigt;
gewandt wie Gemsen erwiesen sie sich in den Bergen. Und
endlich nahte auch der Augenblick wieder, dass ein neues Heer
kumanischer Bundesgenossen zu Hilfe zog. Der Kaiser beschloss den
Rückzug. Auf diesem überfiel ihn der Feind, als seine Truppen sich
durch ein enges Thal wanden, ln äusserstcr Unordnung und unter
grossem Verluste wandte sich das griechische Heer zur Flucht, der
Kaiser selbst wurde mit Mühe in Sicherheit gebracht. Von da an gab
man in Konstantinopel mehr und mehr die Hoffnung auf, den neuen
walachischen Bulgarenstaat zu besiegen, man war froh, wenn er seine
Hände nicht nach Thracien ausstreckte. Dies waren die Anfänge der
Erhebung, welche den Griechen Mösien nach kurzem Besitze wieder
entriss. Niemals gelang es ihnen wieder das nördliche Land zu bezwingen.
Die Episode des schwachen lateinischen Kaiserreiches
(1204—1261) trug dazu hei, die Selbständigkeit der Hämuswalaehen
zu befestigen. Unter zahllosen inneren und äusseren Kämpfen
erhielten sich einheimische Fürsten bis 1388. Da erlag Sisman dem
Waffenglücke Murads und der überlegenen Organisation der Osmanen,
eben so wie schnell darauf das Volk des Serbenzars auf dem
Amselfelde.
XVIII.
ln den Beginn dieses Unabhängigkeitskampfes der von den Bulgaren
unterstützten Walachen möchten wir die ersten Gründungen walaehischerAVohnsitze
im Norden der Donau setzen. Zuweilen genötigt
über die Donau nach Kumanien zu fliehen, mussten die Walachen
sehen, wie zusagend und günstig jene Gegenden für ihre Weidewirtschaft
seien, und manche Familie, manche Abtheilung mochte
es vorziehen, auf dem dünn bevölkerten nördlichen Boden zurückzubleiben.
Als nun mit dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts die
Macht der luimanischen Türken unter den Schlägen der Mongolen
völlig sank, musste die Zahl jener walachischen Hirten sich fort und
fort mehren. Still und unmerklich ist diese Invasion und Besitznahme