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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Rumänen.

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Die  unvorbereiteten  Städte,  die  Menschen  und  Horden  des
flachen  Landes  wurden  eine  Beute  der  ersten  Überfälle.  Kaiser
Isaak  II.  zog  ins  Feld  und  fand  hartnäckigen  Widerstand;  doch
gelang  es  die  Walaehen  zu  überfallen,  und  zu  schlagen.  Sie  warfen
sich  in  allgemeiner  Flucht  in  das  Land  jenseits  der  Donau,  in  dem
die  Rumänen  schweiften,  von  den  Griechen  mit  herkömmlicher
Ignorirung  der  Thatsachen  Scythen  genannt 1 ).
Nun  hätte  der  Kaiser  den  Aufruhr  im  wehrlosen  Mösien  völlig
erdrücken  können,  doch  er  beschränkte  sich  auf  Vernichtung  von
Getreidevorräten  und  beruhigte  sieh  bei  den  Bitten  und  Versprechungen, ­
  welche  die  zurückgebliebenen  Walachen  mit  Arglist  an  ihn
richteten.  Kaum  halte  die  Schaar  der  Flüchtigen  von  der  Rückkehr
des  Kaisers  in  die  Hauptstadt  Kunde,  so  erschien  sie  von  neuemaufdem
Schauplatz,  jetzt  begleitet  von  zahlreichen  kumanischen  Bundesgenossen. ­
  Dem  fortan  heftiger  um  sich  greifenden  Unwesen  der  Aufständigen
  von  neuem  entgegen  zu  treten,  fehlte  es  dem  Kaiser  an
Mifth  und  Thatkraft;  er  sandte  den  wackern  Prinzen  Johannes  in  das
Feld.  Wie  dieser  aber  seinen  Auftrag  ernst  nahm,  fiel  er  sogleich  in
den  Verdacht,  nach  dem  Throne  seines  Oheims  zu  streben  und  musste
einem  Schwager  des  Kaisers  weichen,  dessen  Dünkel  und  Tollkühnheit ­
  schlecht  zu  einem  gefährlichen  Guerillakriege  passten.  Als  dieser
nun  allem  Abraten  zum  Trotz  einmal  im  offenen  Felde  ein  unbefestigtes ­
  Lager  bezog,  wurde  er  von  den  Feinden  überrascht
und  völlig  geschlagen.  In  dem  Rauhe  seiner  kaiserlichen  Prachtgewänder ­
  stolzirten  die  beiden  siegenden  Brüder  Peter  und  Asan.
Nun  wurde  der  Oberbefehl  Alexius  Vranas  gegeben,  einem  der
besten  griechischen  Anführer,  einem  Manne  von  Vorsicht  und  vieler
Erfahrung  doch  auch  von  unbegrenztem  Ehrgeiz.  Das  hochverräterische ­
  Unternehmen,  das  man  dem  Prinzen  Johannes  zugetraut  hatte,
setzte  dieser  ins  Werk.  Er  wendete  die  Waffen  gegen  den  Kaiser,
war  jedoch  unglücklich  und  verlor  das  Lehen.  Sein  Heer  löste  sich

Asan  und  seine  Nachfolger  nach  dem  Vorgänge  von  Symeon  und  Peter
sieh  des  Titels  Zar,  d.  h.  Caesar,  ßaaiks-jg  bedienten.  Schafafik,  Slavisehe
Alterthümer  II,  189.
1)  Nicct.  Chon.  I,  239  ro-j  "Iorpov  «pp.Tjo’av,  xai  roürov  ötajrXoHiräfjtsvoi  zol$  ix
•yetrovwv  Sx-j^atc  Kpoaifu^av.
            
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