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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Rumänen.

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Akarnanien  '),  wo  heute,  so  viel  uns  bekannt  wurde,  gar  keine  Walachen ­
  existiren.  Sie  wohnten  aber  auch  an  anderen  Orten,  wo  sie
heute  nicht  mehr  Vorkommen.  So  in  Anchialos  in  der  Bucht  von  Burgas ­
  am  schwarzen  Meere,  so  im  südlichen  Thracien  von  Konstantinopel ­
  bis  Vizya  (Bt£6>/)  jetzt  Vize  an  den  Quellen  des  Ergene  und  im
Balkan,  wo  sie  bis  auf  eine  winzige  Ansiedlung  gleichfalls  verschwunden ­
  sind.  Und  hier  bereits  im  6.  Jahrhundert.
Also  die  Wohnsitze  der  M  a  c  e  d  owalachen  —  das  Unzureichende
dieser  Benennung  leuchtet  ein  —  sind  nicht  immer  dieselben  gehliehen. ­
  Aber  eben  so  wichtig  als  dieser  Umstand  erscheint  jener  andere,
welcher  sich  unmittelbar  anreiht.  Wie  frühe  treten  nicht  diese  südlichen ­
  Walachen  auf,  im  Gegensätze  zu  denen  des  Nordens!  Da  war  es
nicht  vor  dem  13.  Jahrhundert,  dass  wir  sie  nachzuweisen  vermochten,
im  Süden  der  Donau  sind  die  Walachen  unbezweifelt  schon  im  6.  Jahrhundert ­
  Einwohner  der  Hämusgaue.  Wie  gering  im  Vergleiche  ist  der
zeitliche  Zwischenraum  zwischen  der  Ansiedlung  der  daeischen  Provincialen
  in  Moesien  (274)  und  diesem  Auftreten  der  Romanen  in  den
südlichen  Gebirgsthälern  desselben  Landes.  Drei  Jahrhunderte  gegen
jenes  dunkle  Jahrtausend  im  Trajanischen  Dacien.  Aber  ist  es  denn
auch  so  gewiss,  dass  uns  Walachen  schon  im  6.  Jahrhundert  bekannt
werden?  Wir  führen  die  Thatsaehen  in  ihrer  Folge  vor.

XVI.
Jm  Jahre  S79  waren  die  Avaren  in  Thracien  eingebrochen.
Schon  standen  sie  an  den  Mauern  von  Konstantinopel,  während  die
byzantinischen  Feldherren  Martinus  und  Comentiolus  im  Rücken  der
Feinde  eine  feste  Stellung  im  Hämus  behaupteten.  Endlich  hielten  sie
den  Augenblick  für  günstig,  einen  Überfall  auf  die  Avaren  zu  machen.
Aber  ein  Missverständnis  bewirkte  einen  panischen  Schrecken  in  ihrem
Heere.  Eines  derLastthiere  hatte  seine  Last  fallen  lassen  und  schleppte
sie  an  der  Erde  nach.  Der  Besitzer  des  Thieres  gieng  voraus,  ohne  es
zu  gewahren.  Allein  Jemand  in  seinem  Rücken  rief  ihm  in  der  Landessprache ­
  zu:  Torna,  torna  fratre,  kehre  um  Bruder!  Der,  den  der  Ruf
angieng,  hörte  ihn  nicht,  aber  die  Soldaten  des  Zuges  vernahmen  ihn,

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