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R o e s I e r
Die Gesammtheit der in Epirus, Thessalien und Macedonien zerstreut
liegenden Walachendörfer schätzt der Reisende Leake auf ungefähr
500, und darunter gibt es solche, die 5000—6000 Einwohner
zählen ')• Das Volk der Walachen lebt zu grossem Theil von
Viehzucht. Ihre Herden treiben sie im Sommer auf die Höhen, im
Winter in die flache Landschaft und weithin erstrecken sich die Wanderungen
dieser Tschobane 2 ), wie sie nach einem türkischen Worte
gemeiniglich heissen. Im Sommer stehen ihre Weiler sehr einsam,
Weiher, Kinder und Greise bleiben zu Hause; gering ist ihr Feldbau
und Sorge der Weiher. Aber auch der Handel führt sie scharenweise
in die Fremde, mit dem Erlös kehren sie zur Heimat zurück, die sie
insgemein sehr lieben. Geistig geweckt wie sie sich zeigen, sind sie
auch nicht ohne Gewerbfleiss. Sie sind Schneider und Schmiede,
Arbeiter in Gold und Silber; ganz gelungene Arbeiten, Pistolen und
Flinten, Becher und Gelasse gehen aus ihren Werkstätten hervor.
Vor allem aber lieben sie es Wirte zu sein, Besitzer von Chanen und
Karavanseraien. So findet man sie aller Orten im türkischen Europa 3 ).
Das Maeedowalaehisclie stellt sich in Grammatik und Wörterhuch,
Lautgesetzen und Construction als ein Dialekt des Romanischen
hin, wie es im Norden der Donau bekannt ist. Letzeres ist dem Consonantismus
der lateinischen Sprache treuer geblieben, und seine bekannte
Mischung mit fremden Sprachelementen, so ansehnlich sie ist, wird
von der südlichen Mundart überboten. Namentlich ist eine Durchsclien
Colonie wenigstens zehn wlachische Dörfer. Drei Dörfer der Küstenebenc
von Sehjak haben wlachische Colonien; in Elbassan sind ausser der
städtischen Colonie 4 Dörfer, in der Stadt Berat wohnen viele und die Stadt
Musakjä ist voll davon; im Mudirlik Tyranna wohnen nur Wlachen in der
Stadt; in Skodra sind 24 wlachische Häuser; in der Stadt Prisrend wohnen
viele, in Ipek und Jakowa wenige, in der Umgegend dieser Städte aber
keine Wlachen. In Dibra und Oehrida aber sind sie zahlreich, sowohl in
den Städten als auf dem Lande.
0 Leake, Travels in northern Grcece I, 274 Kalarytes or Akalarrvtes and
Syrako or Serrako are two of the largest of tlie Ylakhiote villages, which
innumber about 500, and none very small, are dispersed throughout the
mountains of Epirus, Thessaly and Macedonia. Ylakholivadho, near Olosona.
is reckoned the largest, and then Metzovo. ■— K. and S. contain between
five and six thousand souls, besides those who are abroad.
~) Cüban Obmit Schwächung des Anlautes sübän ölAi, von persischem
Ursprung, wie gavbän, gclebän, sämmtlieh Hirte.
Leake a. a. O. p. 275.