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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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ganz  neuer  Zeit 1 ).  Den  sichersten  Aufschluss  böte  ihre  Sprache,  doch
ist  der  Dialekt  der  serbischen  wie  der  bulgarischen  Walachen  niemals
einer  wissenschaftlichen  Prüfung  unterworfen  worden.
Eine  viel  ansehnlichere  Gruppe  der  südlichen  Walachen  bilden  jene
welche  den  Griechen  und  Slaven  unter  dem  Namen  Zinzaren  oder
Kutzowlachen  bekannt  sind,  bei  Sprach-  und  Geschichtsforschern
neuerer  Zeit  Macedowlachen  heissen.  Bis  auf  einen  Theil  der  imPindusgebirge
  zwischen  Thessalien  und  Epirus  ansässigen  Stämme,  die  den
Namen  Armeng  führen  2 ),  legen  auch  diese  sich  den  Namen  Rum
(Rumuni)  bei,  so  wie  die  nördlichen  Walachen.
Den  Namen  Kutzowlachen  aber,  den  man  schon  vielfach  zu
deuten  versucht  hat,  erklären  wir  wol  am  besten  folgenderweise.  Ein
Haufe  Bulgaren  entzog  sich  im  siebenten  Jahrhundert  avarischer
Herrschaft  und  gelangte  nach  Macedonien,  wo  ihr  Versuch  sich
Thessalonichs  zu  bemächtigen  von  den  Griechen  vereitelt  wurde.
Diese  Abtheilung  Bulgaren  gehörte  wahrscheinlich  zu  dem  Stamme
der  Kutriguren  oder  wie  sie  auch  heissen  Kutziagiren,  denn  ein
Bischof  derselben  erscheint  später  in  einem  Verzeichniss  griechischer
Bisthiimer  Macedoniens.  Wir  finden  die  Walachen  aber  in  Nieder-Albanien,
  Thessalien,  dem  westlichen  Macedonien,  in  Griechenland
und  Thracien.  Am  schwächsten  im  letzteren.  Da  bilden  sie  eine  kleine
Volksinsel  hei  Peristera  unweit  der  Maritza.  Zahlreicher  leben  sie
im  nördlichen  Griechenland,  im  Thale  des  Spercluos  oder  Heliada
(11.000)  und  auf  der  Insel  Euböa,  wo  sie  die  Landschaft  Grosswlachien
  (ixeydlr,  BAayia)  im  Delphigebirge  (Atypo?)  erfüllen.
In  Albanien  leben  sie  gruppenweise  bei  Kawaja,  Tiranna,  Berat,
Moskopoli,  Lubiscos  u.  a.  s).  Gleich  eingesprengten  Gesteinkörnern  ist
ihr  Vorkommen  inmitten  bulgarischer  Bevölkerung  im  Westen  Macedoniens. ­
  So  in  Turnavo,  Monastir  u.  a.  Am  dichtesten  tritt  die  zinzarische
  Bevölkerung  im  Pindusgebirge  und  in  den  anschliessenden  llochthälern
  des  Arachthos  (Aspropotamos)  bis  zum  See  von  Jänina  auf.
Die  letztere  Landschaft  wird  Vlachochöria  (H},ayoyßp'.a)  genannt 4 ).

0  Lcjean,  Ethnographie  de  la  Turquie  d’Europc  S.  20.
2 )  Hahn,  Albanesisclio  Studien  I,  33.
3 )  Hahn,  I,  33  und  nach  mündlicher  Mittheilung.  Einer  genauem  Zählung  und
Beschreibung  entbehren  wir  noch  völlig.
4 )  Hahn  a.  a.  0.  1,  133  „die  Vorstadt  von  Durazzo  ist  grösstentlieils  von
VVIaclien  bewohnt,  ln  dem  Thale  von  Kawaja  finden  sich,  ausser  der  städti-
            
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