610
P f i /. in ai er
Das Naclit'olgende „der Krankheit sei der Absud von Zimmtzweigen
mit Zusatz von Zimmt vorgesetzt“ hat die Bedeutung: Man
macht innerlich Angriffe gegen das Unrecht der Nieren.
(Gesammelte Erklärungen.) Tscheu-yang-siün sagt: Das entlaufende
Ferkel ist das zu den nördlichen Gegenden gehörende Unrecht
der Nieren. Indem man durch die glühende Nadel Schweiss erregt, ist
es gestattet, von der Methode abzuweichen, und es fragt sich, wie es
auf den kleinen Urstoff der Finsterniss ankommen sollte, das laufende
Ferkel zum Ausbruch zu bringen. Der grosse Urstoff des Lichtes ist
nämlich in gegenseitiger Beziehung die Oberfläche und das Innere.
Wenn bei Erkältung des Ortes der Nadel Drüsen sich ei-lieben
und Röthe sich zeigt, so wissen wir, dass das Unrecht, welches vor
diesem Zustand vorhanden gewesen, noch nicht zerstreut ist und dass
das Unrecht, welches nach diesem Zustande hervorgekommen, wieder
eingedrungen ist. Der Zimmt besitzt jedoch die Eigenschaft, das Unrecht
der Nieren anzugreifen. Somit gebraucht man Zimmt und gibt
ihn als Zusatz in den Absud von Zimmtzweigen, einerseits, um äusserlicli
das Unrecht des Windes zu lösen, andererseits, um innerlich die
Luft des Urstoffes der Finsterniss ausströmen zu machen.
Was das Voranstehende „man brenne über den Drüsen“ betrifft,
so entstehen durch die Kälte Anschwellungen, und man zertheilt sie
durch Brennen.
Das Mittel des Absudes der Zimintzweigc mit Zusatz von Zimmt.
Zimmtzweige, fünf Tael.
Päonie (tsclio-yö'), drei Tael.
Süssholz, zwei Tael, gebrannt.
Roher Ingwer, drei Tael.
Grosse Kreuzdornfrüchte, zwölf Stück.
Die obigen fünf Gegenstände siede man mit sieben Ganting
Wasser bei gelindem Feuer. Man nehme davon drei Ganting, entferne
den Bodensatz und gebe warm einen Ganting ein.