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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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den  Deutschen  wohnen?  Sie  heisst  eineöde.  Desertum  de  Cihinio  ist
der  stehende  Ausdruck.  Die  Urkunde,  welche  als  der  Andreanische
Sachsenbrief  bekannt  ist,  zeigt  deutlich,  dass  auf  diesem  Gebiete  die
Walachen  damals  nicht  wohnten 1 ).
Im  Jahre  1211  überwies  König  Andreas  II.  dem  deutschen  Orden
den  südöstlichen  Grenzbezirk  Siebenbürgens,  der  schon  damals  den
Namen  des  Burzenlandes  (terra  Borza)  führt.  Und  auch  dieser  zählt
noch  keine  Walachen  zu  Bewohnern,  er  ist  überhaupt  verlassen  und
öde,  denn  alles  haben  die  ewigen  Streifzüge  der  kumanischen  Heiden
daraus  vertrieben  ~).  Gegenwärtig  beträgt  das  walachische  Element
in  demselben  Landstrich  über  20  Procente.  Die  Mark  aber,  welche
die  mächtigen  Edelmönche  erhielten,  umfasste  mehr  als  das
heutige  Burzenland,  indem  sie  bis  zur  Donau  reichend  Fogaras  und
einen  Theil  der  Walachei  in  sich  schloss.  Eben  damals  (1224)  hat
auch  der  Bischof  von  Siebenbürgen  seine  geistliche  Herrschaft  über
diese  Gegend  auszudehnen  begonnen,  weil  es  erst  jetzt  Bewohner  in
ihr  gab,  die  es  lohnend  erscheinen  liessen,  hierauf  Ansprüche  zu
erheben.  In  den  Urkunden,  welche  die  Begrenzung  und  Ordnung  des
neuen  Ritterreiches  zu  bestimmen  unternahmen,  begegnet  zum  ersten
Male  der  Name  der  Walachen.  Die  Jahre  1222,1223,  1234  u.  s.  w.
bieten  selbst  häufige  Erwähnungen  derselben.  Das  Gebirge  im  Süden
Siebenbürgens  und  die  Banater  Alpen  erscheint  bald  als  das  Land
der  Walachen  (terra  Blacorum)  bald  als  Walachen-  und  Petsclienegenwald
  (silva  Blacorum  et  Bissenorum 3 ).  Noch  später  (1247)
besitzen  die  Walachen  nur  einen  kleinen  Theil  des  gegenwärtig
gänzlich  von  ihnen  erfüllten  Severiner  Banats  unter  der  Herrschaft
der  ungarischen  Könige.  Also  erst  jetzt,  im  dritten  Jahrzehent

i)  Andreae  II.  Regis  liberlas  Saxonum  Transilvaniae.  Endlicher  Monum.  420.
-)  Urkunde  an  die  Cruciferi  de  hospifali  Sanctae  Mariae  1211  (Siebenbürg.
Urkundenb.  v.Tcutsch  und  Firnhaber  S.9):  quamdam  terram  Borza  nomine,
ultra  sylvas  versus  Cumanos,  licet  desertam  et  inhcAiiatam.  —  Ebenso  werden ­
  in  den  Urkunden  n.  1213,  1218  die  Grenzen  des  Deutsehordens-Besilzes
angegeben  ab  indaginibus  Almaye  in  partc  altera  vadit  usque  ad  ortum
aquae  quae  voealur  Burza,  et  indc  progredilur  usque  ad  Danubium.
3 )  Siebenbiirgisches  Urkundenbuch  in  Fontes  rerum  auslriacarum  XV.  Bd.
S.  18  Termini  Blacorum,  terra  Valaehorum.  S.  20  terram  exemplam  de
blaeis.  S.  24  Boje  bei  Szombatfalva  in  terra  Blachorum.  S.  KO  silva  hissenorum
  et  blacorum.
            
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