Analecta aus der chinesischen Pathologie. 599
mitteln die abschneidenden dienen. Ist bei veraltetem Wechselfieber
die Gestalt leer, so ist Ausbesserung nothwendig.
(Erklärung.) Im Beginne des Wechselfiebers ist die Lul't voll
und gleichförmig, und es ist angemessen, Schweiss zu erregen,
Erbrechen zu bewirken und abzufübren. Sind die Zeichen der äusseren
und inneren Seite vorhanden, so erregt man Sclnveiss und
führt ab. Ist die Brust überfüllt, bestehen Übelkeiten und Unwohlsein
vom Trinken, so bewirkt man Erbrechen.
Sind die äussere und innere Seite klar, so gebraucht man
milde und lösende Arzneimittel. Ist bei Lösung des Klaren keine
Wiederherstellung, sind die äussere und innere Seite ohne Zeichen,
so kann man abschneidende Arzneimittel gebrauchen und der Krankheit
Einhalt tliun.
Ist bei veraltetem Wechselfieber die Gestalt gebrochen, die
Luft leer, so ist es angemessen, ausbessernde Gaben zu reichen,
was sich von selbst als nothwendig herausstellt.
Der Absud von Zimmt und Uunf zu gleichen Hälften.
Sind im Beginn des Wechselfiebers Kälte und Hitze gleichmässig,
so erregt man durch Zimmt und Hanf ') zu gleichen Theilen
Sclnveiss und es erfolgt Heilung. Ist Sclnveiss wenig, Kälte viel, so
wird Hanf doppelt hinzugegeben. Ist Sclnveiss viel, so nimmt man
Zimmt doppelt. Bei Hitze fügt man Fett 3 ) hinzu.
(Erklärung.) Wenn im ersten Anfänge der Krankheit des
Wechselfiehers Kälte und Hitze weder zu stark, noch zu schwach
und beide gleichmässig sind, so ist es angemessen, durch den Absud
von Zimmt und Hanf zu gleichen Theilen Sclnveiss zu erregen.
Ist der Sclnveiss gering, die Kälte bedeutend, die Hitze gering, so
erregt man Sclnveiss, indem man den Absud von dem Gelben des
Hanfes (ma-hoang) doppelt nimmt. Ist der Schweiss stark, die
Kälte gering, die Hitze gleichmässig, so erregt man Schweiss, indem
man den Absud von Zimmtzweigen doppelt nimmt,
Ist die Hitze stark, so gibt man noch Steinfett hinzu.
') Unter Zimmt werden Zimmtzweige verstanden. Unter Hanf (ma) wird hier die
Pflanze „das Gelbe des Hanfes“ (ma-hoang) verstanden. Diese Pflanze, im Japanischen
inu-to-kusa und kakumi-gusa genannt, ist eine Art Equisetum.
-) Fett ist soviel als Steinfett (schi-kao).