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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Aiüilecla  aus  der  chinesischen  Pathologie.  595
In  der  Hitze  ist  kein  Hervortreten  des  Schweisses,  und  man  erkrankt ­
  an  der  Krankheit  des  Wechselfiebers.
(Erklärung.)  Das  Buch  sagt:  Das  veraltete  Wechselfieber  und
das  gewöhnliche  Wechselfieber  entstehen  durch  den  Wind.  Dies
bedeutet:  Wenn  in  den  vier  Jahreszeiten  Erkrankungen  an  dem
Wechselfieber  stattfinden,  so  geschieht  dies  jedesmal,  indem  Wind
und  Kälte  äusscrlich  zusammengebunden  werden,  das  Unrecht  der
Hitze  innerlich  versteckt  ist.
Es  sagt  ferner:  das  Wechselfieber  ist  die  Unbeständigkeit  der
Luft  des  Windes  und  der  Kälte.  Es  ist  dies,  wovon  gesagt  wird,
dass  man  in  der  vorhergehenden  Zeit  an  dem  Wechselfieber
erkrankt.
Es  sagt  ferner:  Im  Sommer  ist  Beschädigung  durch  die  Hitze,
im  Herbst  entstehen  langwierige  und  gewöhnliche  Wechselfieber.
Es  sagt  ferner:  wenn  bei  der  Hitze  des  Sommers  der  Schweiss
nicht  hervorbricht,  so  bringt  dies  Wechselfieber  des  Windes  zu
Wege.  Dies  hat  die  Bedeutung:  Wenn  im  Sommer  Beschädigung
durch  die  Hitze  stattfindet  und  das  Unrecht  bedeutend  ist,  so  entstehen ­
  sofort  Erkrankungen  durch  die  Hitze.  Ist  das  Unrecht  unbedeutend, ­
  so  wohnt  es  in  der  Blüthe  (dem  Blute  des  Menschen).  Ist
wieder  ein  Einfluss  durch  die  Luft  des  Herbstes,  so  verweilen  Kälte
und  Wind  zugleich  mit  der  Schutzwache  (der  Luft  des  Menschen).
Die  Hitze  vereinigt  dann  mit  Wind  und  Kälte  das  Unrecht  und
bringt  dann  erst  die  Krankheit  des  Wechselfiebers  zu  Wege.
Dass  nicht  sofort  die  Erkrankung  in  Folge  von  Erkältung  stattfindet, ­
  ist  ebenfalls,  weil  das  Unrecht  der  Hitze  vorläufig  in  der
Mitte  der  Schutzwache  versteckt  ist.  Es  gibt  nämlich  Wind  ohne
Hitze,  und  man  erkrankt  dann  nur  in  Folge  des  Windes.  Es  gibt
Hitze  ohne  Wind,  und  man  erkrankt  dann  nur  in  Folge  der  Hitze.
Wind  und  Hitze  müssen  das  Unrecht  vereinigen,  dann  erst  erkrankt
man  an  dem  Wechselfieber.

Die  täglichen  Anfälle  und  die  Anfälle  in  Zwischenräumen.
Das  Wechselfieber  folgt  den  Geweben  und  Fäden,  zieht  umher
und  versteckt  sich  in  dem  Rückgrat.  Ist  es  stark,  so  dringt  es  in
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LI1I.  Bd.  III.  Hft.  39.
            
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