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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Analecta  aus  der  chinesischen  Pathologie.

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gleich  den  zum  Indigoblaufärben  verwendeten  Blättern.  Der  Mund
ist  verschlossen,  die  Zähne  zusammengepresst,  in  dem  Herzen  ist
Bangigkeit  und  Verwirrung.  Der  Tod  erfolgt  dann  zwischen  Morgen
und  Abend.
Wollte  man  annehmen,  dass  die  Krankheit  durch  die  Haut  und
die  Haare  eintritt,  so  gäbe  es  keine  andere  Krankheit  von  so  schnellem ­
  Verlaufe.  Es  ist  kein  Zweifel,  dass  sie  durch  den  Mund  und  die
Nase  nach  unten  in  die  Kehle  dringt.
Um  so  mehr  ist  die  Angabe,  das  man  bei  dem  Gifte  des  Urstoffes
  der  Finsterniss  den  Schwefel  und  den  Pfeffer  des  Landes
Scho  weglassen  solle,  gewiss  ein  Fehler  des  Abschreibers.  Wenn
man  daher  diese  Erscheinungen  behandelt,  frage  man  nicht  nach  den
Urstoffen  der  Finsterniss  und  des  Lichtes.  Man  steche  blos  den
Sumpf  des  Schuhes.  Man  halte  sich  an  den  Ort,  wo  in  der  Mitte  der
Hand,  in  der  Mitte  der  zehn  Finger  die  Adern  und  die  Fäden  plötzlich ­
  zum  Vorschein  kommen  und  lasse  das  Blut  hervortreten.  Ist
dieses  geringfügig,  so  bedient  man  sich  der  Methode  des  Abschabens
  der  Sandkrankheit.  Indem  man  diese  befolgt,  gibt  man  das
Thse-kin-ting  •).  In  einigen  Fällen  erfolgt  Erbrechen,  in  anderen
Durchfall,  in  anderen  Ausbruch  von  Schweiss,  und  nicht  wenige
Kranke  genesen.
Hören  Erbrechen  und  Durchfall  nicht  auf,  ist  Hohlheit,  ist  Unregelmässigkeit, ­
  kalter  Schweiss,  ist  der  Puls  unbedeutend  und  will
ausldeiben,  so  gebraucht  man  in  Hüllen  gebranntes  Fu-tse  2 ),  in
Hüllen  gebranntes  Tschuen-U 3 ),  Oleaster  von  TJ  4 ),  Gewürznelken,
rohen  trockenen  Ingwer  und  Süssholz.  Bei  Leere  fügt  man  Ginseng
hinzu.  Wenn  man  auf  diese  Weise  zu  Hülfe  kommt,  bleiben  ebenfalls ­
  viele  Kranke  am  Leben.
(Gesammelte  Erklärungen.)  Wang-li  sagt:  bei  Tscliung-king
findet  sich  zwar  der  Name  des  Giftes  des  Urstoflfes  der  Finsterniss,
allein  die  aufgestellten  Zeichen  beschränken  sich  auf  grüne  Farbe
des  Angesichts,  Schmerzhaftigkeit  des  Leibes,  Schmerzhaftigkeit

*)  Thse-kin-ting  „die  Öllampe  von  bläulichem  Metall“,  eine  unbekannte  Arznei.
2 )  Fu-tse f  eine  unbekannte  Giftpflanze.
3 )  Tschuen-U  scheint  die  Zusammenziehung-  von  Tschuen-U-teu  „das  Aconitum  des
Flusses“  zu  sein.
lt )  U-tschü-yü  „Oleaster  des  Landes  t/“,  heisst  im  Japanischen  Kawa-fazikami  „der
Flusspfefler“.
            
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