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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Domänen.

53

Wie  wir  nun  bei  diesen  Anlässen  die  Erwähnung  von  Romänen
in  Siebenbürgen  vermissen,  so  hat  man  für  das  cilf'te  Jahrhundert
auch  in  der  Walachei  nur  eine  einzige  1 )  das  Dasein  dieses  Volkes
bezeugende  Thatsache  aufzuweisen  sich  angeschickt.  Im  Jahre  108S
bekriegte  der  Petschenegenlurst  Tzelgu  die  Byzantiner.  In  dem
grossen  auf  S0.000  Mann  anschwellenden  Heere,  das  er  in  das  Feld
führte,  erblicken  wir  auch  Salomo,  den  Anführer  einer  dacischen
Heeresäbtheilung.  Diese  hier  erwähnten  Dacier  sollen  Thunmann  zufolge ­
  die  norddanuhischen  Walachen  vorstellen.  Aber  der  Ausdruck
Dacier  und  daeisch,  wie  er  bei  den  Schriftstellern  des  griechischen
Reiches  begegnet,  bezeichnet  noch  immer  die  südliche  Aurelianische
Landschaft  Dacien  und  unter  den  dacischen  Rundesgenossen  sind
die  mit  Bulgaren  gemischten  walachischen  Bewohner  Bulgariens,
wenn  nicht  gar  reine  Bulgaren  zu  verstehen 3 ).
Nicht  anders  steht  die  Sache  im  12.  Jahrhundert,  in  dem
wir  wenigstens  über  Siebenbürgen  schon  umfangreichere  Kenntnisse
besitzen:  nirgend  finden  sich  die  Walachen.  Aber  ein  Zeugnis  über
ihr  Dasein  in  der  Moldau  will  man  bemerkt  haben.  Kaiser  Manuel
Comnenus  soll  die  Walachen  der  Moldau  gegen  die  Magyaren  in  das
Feld  gerufen  haben,  um  seinen  Feinden  Gefahr  von  einer  Seite  zu
*)  Thunmann  (Untersuchungen  über  die  Geschichte  der  östlichen  europäischen
Völker  S.  363)  gedenkt  zwar  noch  eines  Umstandes  aus  demselben  Jahrhundert: ­
  „Im  Jahre  1096  stehen  die  Walachen  sowohl  als  die  Ungarn  dem
polnischen  Herzog  Wladislaw  wider  seinen  aufrührerischen  Sohn  Spitignew
  bei,  und  werden  hier  von  Kadlubek  Thibiani  genannt,  welcher  Name
ganz  gewiss  mit  Tjuban  (sic)  einerlei  ist“.  Aber  ist  denn  diese  Vermutung
im  entferntesten  haltbar?  Wer  hat  denn  nachgewiesen,  dass  die  Polen
die  Walachen  jemals  Thibiani  nannten?  Und  ist  denn  Tbibian  gleich  Cuban?
Darum  fallen  auch  die  vorgeblichen  Erwähnungen  der  Walachen  zu  den
Jahren  1143  und  1182  weg.
3 )  Anna  Comnena  lib.  VIII,  p.  331  ed.  Bonn.  "Eapog  8k  eVtyavs’vros  dteX3cöv  6
TtJeX'you  ra  üjrspxEi'psva  roö  Aavciüßecog  zip.7:v3  (vj'ysp.wv  8k  oüroe  öjrepdxcav
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i-jSoYixoiiza  &re  Jfaupoparcöv  xal  2xu5£>v,  xai  <x-<3  roö  Aaxtxoü  arparsüparos
oüx  cXeyouc: f  ow  6  ou’rw  xaXoüpsvos  SoXoptov  Sripayoiyäg  r t -j.  Erläutert  wird
der  Ausdruck  Aaxixiv  «rrparEupadurch  Const.  Porpliyrog.  de  adm.  imper.
111,36.  ’E^ap^ta  Aaxt'ac  p.eao-jodov,  in  6  xovdtXtapi'ou,  ttöXeis  kewe  IlavraXia,
l'sppavcc,  Nai'ffuos  77  Trarptg  roö  p.s r ;äXou  Kcuvaravrivou,  PEpEffiava,  oder  Jo.
Cinnamus  II.  70.  Nai'aao's,  yj  pvjrpÖTroXis  zoiv  xarä  zr,v  Aaxixijv  rv/xavu
ovaa  u.  s.  w.  So  lebte  der  Name  Daeiens  auch  hei  gelehrten  Schriftstellern
des  Abendlandes  fort;  siebe  Einhard  vif.  c.  13.  Poeta  Saxo.  ad  a.  814.
            
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