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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Analecta  aus  (1er  chinesischen  Pathologie.  575
Nachdem  bei  der  Lilienkrankheit  Schweiss  ausgebrochen,  ist
ihr  der  Absud  von  Lilien  und  Tschi-mu  vorgesetzt.
(Erklärung.)  Die  Lilienkrankheit  hat  nichts  mit  dem  Schweisse
zu  thun  und  löst  sich  nicht,  wenn  man  schwitzen  lässt.  Man  bewirkt
dadurch  Versengen  und,  indem  man  ihr  Lilien  und  Tschi-mu  vorsetzl,
  dient  dies  zur  Reinigung  und  Befeuchtung.

Das  Mittel  des  Absudes  von  Lilien  und  Tschi-mu  *)•
Lilien  zehn  Stück,  zerstossen.
Tschi-mu  drei  Tael,  zerschnitten.
Bei  dem  obigen  Mittel  wasche  man  zuerst  die  Lilien  mit  Wasser ­
  und  lasse  sie  über  eine  Nacht  weichen.  Sobald  weisser  Schaum
hervorkommt,  entferne  man  das  Wasser  und  siede  sie  wieder  mit
zwei  Ganting  Quellwasser.  Man  nehme  davon  einen  Gauting  und
entferne  den  Bodensatz.  Man  siede  gesondert  das  Tsclii-mu  mit
zwei  Gauting  Quellwasser  und  nehme  davon  einen  Ganting.  Nachdem
man  den  Bodensatz  entfernt,  mische  man  es,  siede  es  gemeinschaftlich ­
  und  nehme  davon  einen  Ganting.  Man  theile  es  in  Mengen  von
fünfmal  zehn  Löffel  voll  und  gebe  es  warm  zweimal  ein.

Nachdem  man  bei  der  Lilienkrankheit  abgeführt,  ist  ihr  der
Absud  von  schlüpfrigem  Steine  und  dem  mennigrothen  Steine  des
Landes  Tai  vorgesetzt.
(Erklärung.)  Die  Lilienkrankheit  hat  nichts  mit  dem  Abführen
zu  thun  und  löst  sich  nicht,  wenn  man  abführen  lässt.  Es  ist  dann
Verzagtheit  in  der  Mitte,  und  durch  den  Absud  von  schlüpfrigen
Steinen  und  dem  mennigrothen  Steine  des  Landes  Tai  reinigt  man
und  hält  nieder.

!)  Die  Pflanze  tsclii-mu  (die  erkennende  Mutter)  konnte  nicht  näher  bestimmt  werden.
            
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