Analecta aus (1er chinesischen Pathologie. 575
Nachdem bei der Lilienkrankheit Schweiss ausgebrochen, ist
ihr der Absud von Lilien und Tschi-mu vorgesetzt.
(Erklärung.) Die Lilienkrankheit hat nichts mit dem Schweisse
zu thun und löst sich nicht, wenn man schwitzen lässt. Man bewirkt
dadurch Versengen und, indem man ihr Lilien und Tschi-mu vorsetzl,
dient dies zur Reinigung und Befeuchtung.
Das Mittel des Absudes von Lilien und Tschi-mu *)•
Lilien zehn Stück, zerstossen.
Tschi-mu drei Tael, zerschnitten.
Bei dem obigen Mittel wasche man zuerst die Lilien mit Wasser
und lasse sie über eine Nacht weichen. Sobald weisser Schaum
hervorkommt, entferne man das Wasser und siede sie wieder mit
zwei Ganting Quellwasser. Man nehme davon einen Gauting und
entferne den Bodensatz. Man siede gesondert das Tsclii-mu mit
zwei Gauting Quellwasser und nehme davon einen Ganting. Nachdem
man den Bodensatz entfernt, mische man es, siede es gemeinschaftlich
und nehme davon einen Ganting. Man theile es in Mengen von
fünfmal zehn Löffel voll und gebe es warm zweimal ein.
Nachdem man bei der Lilienkrankheit abgeführt, ist ihr der
Absud von schlüpfrigem Steine und dem mennigrothen Steine des
Landes Tai vorgesetzt.
(Erklärung.) Die Lilienkrankheit hat nichts mit dem Abführen
zu thun und löst sich nicht, wenn man abführen lässt. Es ist dann
Verzagtheit in der Mitte, und durch den Absud von schlüpfrigen
Steinen und dem mennigrothen Steine des Landes Tai reinigt man
und hält nieder.
!) Die Pflanze tsclii-mu (die erkennende Mutter) konnte nicht näher bestimmt werden.