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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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p  fizmaier

(Erklärung.)  Bei  der  Lilienkrankheit  ist  ursprünglich  kein
Durst  vorhanden.  Wenn  sie  aber  in  einem  Monate  sich  nicht  löst,
wenn  sie  sich  verändert  und  Durst  verursacht,  so  tränke  und  wasche
man  äusserlich  den  [Leib  mit  dem  Absud  von  Lilien.  Man  lässt  die
Hitze  mit  der  Aussenseite  in  Verkehr  treten  und  leitet  sie  ab.  Innerlich ­
  gebe  man  gesottene  Kuchen  zu  essen  und  verwende  keine
gesalzenen  Bohnen.  Man  bediene  sich  keiner  ableitenden  Getränke,
und  der  Durst  wird  von  selbst  aufhören.

Bas  Mittel  der  Waschung  mit  Lilien.
Lilien  ein  Ganting.
Das  obige  Mittel  lasse  man  mit  einem  Quart  ')  Wasser  über
eine  Nacht  weichen  und  wasche  damit  den  Leih.  Nach  dem  Waschen
esse  man  gesottene  Kuchen  und  verwende  dabei  keine  gesalzenen
Bohnen.

Wenn  bei  der  Lilienkrankheit  der  Durst  nicht  gelöscht  wird,
ist  ihr  der  Gebrauch  des  nachstehenden  Mittels  vorgesetzt.
(Erklärung.)  Wenn  man  den  Leih  mit  Lilien  wäscht  und  der
Durst  nicht  gelöscht  wird,  so  ist  die  Hitze  im  Inneren  vollkommen
und  die  Feuchtigkeit  erschöpft.  Die  Wurzel  des  holzigen  Beifusses
(thien-leu)  ist  bitter  und  kalt,  sie  erzeugt  Feuchtigkeit  und  stillt
den  Durst.  Austern  sind  salzig  und  kalt,  sie  ziehen  die  Hitze  und
leiten  sie  nach  unten.

Das  Mittel  des  Pulvers  yon  holzigem  Beifnss  und  Austern.
Die  Wurzel  des  holzigen  Beifusses  (thien-leu).
Austern,  geröstet  zu  gleichen  Theilen.
Aus  den  obigen  Mitteln  wird  ein  feines  Pulver  bereitet  und
davon  ein  Löffel  von  der  Grösse  eines  Geviertzolles  zu  trinken  gegeben. ­
  Man  reicht  täglich  drei  Gaben.

*)  Teu,  der  Betrag  von  zehn  Ganting.
            
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