Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

52

R  o  e  s  1  e  r

Häuptlinge  mein 1  duldete  ■).  Aber  auch  Stephan  hat  Siebenbürgen
noch  nicht  unterworfen,  wenn  er  auch  wahrscheinlich  einen  Streifzug
dahin  ausführen  liess  ~).  Die  Petsclienegen  hielten  die  alte  Beute
noch  immer  fest.  Zugleich  aber  scheinen  die  nördlichen  Wald-  und
Berglandschaften  an  den  Quellen  der  Theiss  und  Szamos  von  den
slavischen  Ruthenen  bewohnt  gewesen  zu  sein,  doch  seit  wann  und
bis  wohin  solche  Sitze  sich  verbreiteten,  ist  unermittelt s ).  Noch  um
1070  beschränkt  sich  die  magyarische  Macht  auf  Ungarn,  und  einbrechende ­
  Raubhorden  der  Rumänen,  der  neuen  Herren  am  Pontus,
schlägt  man  wohl  zurück  und  Ireiht  sie  weit  jenseits  der  Grenzen
nach  Siebenbürgen  hinein,  aber  man  occupirt  das  Bergland  noch  nicht.
Erst  unter  Ladislaus  dem  Heiligen  wird  Siebenbürgen  als  Provincia
ultrasilvana  oder  Iransilvana  ein  Tb  eil  des  ungarischen  Reiches.  Dieser
Ausdruck  erscheint  als  die  lateinische  Übersetzung  des  alten  Wortes,
mit  dem  das  Volk  das  Land  benannte:  Erdeuelu  jetzt  Erdely  orszäg
d.i.  jenseit  des  Waldes.  Von  da  an  ruhen  auch  die  Kämpfe  mit  den  Usen
und  Rumänen  nimmer.

XII.
Mit  der  Occupation  Siebenbürgens  durch  die  Magyaren  beginnt
allmählich  die  Dämmerung  in  der  Geschichte  dieses  Landes,  während
in  den  nachbarlichen  Tiefräumen  der  heutigen  Moldau  und  Walachei
noch  zwei  Jahrhunderte  lang  die  stereotypen  Zustände  türkischen
Nomadentreibens  fortbesteilen.  Die  Magyaren  gründeten  schnell  Ansiedelungen ­
  in  ihrem  neuen  Besitze.  Unter  den  frühesten  erscheint
das  Schloss  Thorda,  das  durch  den  Salzhau  der  Umgegend  bald  in
Aufnahme  kam  und  1103  findet  sich  der  Name  eines  siebenbürgisehen
Bischofs  Simon,  dessen  Katliedralsitz  Alba  an  der  Maros  wurde,  das
jetzige  Karlsburg.  Wojwoden  oder  Fürsten  werden  mit  der  Verwaltung ­
  des  Landes  betraut.

Q  Vita  St.  Gerardi  (ed.  Endlicher)  c.  10  p.  224.
3 )  Siebenbürgisches  Urkundenbuch  v.  Firnhaber.  Vgl.  auch  Friedrich  Müller,
König  Stephan  I.  v.  Ungarn  und  das  siebenbürgische  Bisthum.  Archiv  des
sieb.  Ver.  Neue  Folge,  II.  Bd.  Heft  3.
3 )  Vgl.  die  fleissige  und  belehrende  Abhandlung  über  die  siebenbürg,  sächsischen ­
  Familiennamen  von  Friede.  Marienburg.  Sieh.  Areh.  N.  F.  II.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.