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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

(Erklärung.)  Dass  bei  der  Lilienkrankheit  kein  Monatfluss,  Erbrechen, ­
  Abführen  oder  Ausbruch  von  Schweiss  und  dass  die  Beschaffenheit ­
  der  Krankheit  wie  im  Anfänge,  hat  die  Bedeutung,  dass
die  Krankheit  sich  in  die  Länge  zieht  und  weder  zunimmt  noch
abnimmt,  indess  die  Zeichen  an  der  Gestalt  wie  im  Anfänge  des
ersten  Capitels  angegeben  worden.
Weil  der  Absud  der  Lilie  und  des  Beinwells  mit  den  hundert
Adern  in  Verkehr  tritt,  die  hundert  Adern  kühlt  und  die  Krankheit
trifft,  gebrauche  man  ihn  nicht  wieder.  Es  ist  zu  fürchten,  dass  man
ihn  übermässig  gebrauche.  Bei  dem  frischen  Beinwell  ist  der  Koth
gewöhnlich  wie  Pech.

Bas  Mittel  des  Absudes  von  Lilien  nnd  Beinwell.
Lilien  sieben  Stück,  zerstossen.
Der  Saft  des  frischen  Beinwells  ■)  einen  Ganting.
Bei  dem  obigen  Mittel  wasche  man  die  Lilien  mit  Wasser  und
lasse  sie  über  eine  Nacht  weichen.  Wenn  weisser  Schaum  hervorkommt, ­
  entferne  man  das  Wasser  und  siede  sie  wieder  mit  zwei
Ganting  Quellwasser.  Man  nehme  einen  Ganting,  entferne  den  Bodensatz ­
  und  gebe  den  Saft  des  Beinwells  hinzu.  Nachdem  man  es  gesotten, ­
  nehme  man  einen  Ganting,  theile  es  in  Mengen  von  fünfmal
zelm  Löffel  voll  und  gebe  es  warm  zweimal  ein.  Wenn  es  auf  die
Krankheit  einwirkt,  gebe  man  es  nicht  wieder  ein.  Der  Koth  ist
gewöhnlich  wie  Pech.
(Gesammelte  Erklärungen.)  Tsching-lin  sagt:  Die  Blüthen  und
die  Blätter  der  Lilie  sind  nach  vier  Seiten  gekehrt,  deswegen  besitzen ­
  sie  die  Eigenschaft,  nach  oben,  unten  und  nach  den  vier  Seiten ­
  zu  verkehren  und  durchzudringen.  Die  Wurzeln  sind  ebenfalls  eine
Menge,  die  Blumenblätter  bilden  sieb  vereint.  Daher  der  Name:  die
hundert  Vereinigungen  (pe-hoj.  Man  gebraucht  sie  thatsächlich  als
Arznei  bei  der  Lilienkrankheit.
Kao-schi-schi  sagt:  Die  Lilie  ist  von  Farbe  weiss,  von  Geschmack ­
  süss.  Sie  ist  ein  verbesserndes  Mittel  des  grossen  Urstoffes

l )  Oie  Pflanze  ti-hoaliy  „das  Erdgelb“  entspricht  dem  symphytum  officinale.
            
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