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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Analecta  aus  der  chinesischen  Pathologie.

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„Noch  ehe  Krankheit  eintritt“  besagt:  ehe  man  noch  an  einer
Krankheit  der  Erkältung  erkrankt.  Es  wird  gleichsam  gesagt:  Ehe
man  noch  in  Folge  von  Erkältung  erkrankt,  erscheinen  im  Voraus
die  Zeichen  der  Lilienkrankheit  wie  Esslust  bei  Unfähigkeit  zu  essen
nebst  Anderem.
„Bisweilen  kommen  sie  am  vierten  oder  fünften  Tage  der
Krankheit  zum  Vorschein“  hat  die  Bedeutung:  Nachdem  man  bereits
in  Folge  von  Erkältung  erkrankt  ist,  kommen  erst  die  Zeichen  der
Lilienkrankheit  zum  Vorschein.  Wo  sie  im  voraus  zum  Vorschein
kommen,  wurden  Wünsche  und  Gedanken  nicht  erfüllt,  es  war  ein
plötzliches  Zusammenstossen,  Schrecken,  Zweifel,  wodurch  die
Krankheit  veranlasst  wurde.
„Bisweilen  erscheinen  sie  undeutlich  am  zwanzigsten  Tage  der
Krankheit,  bisweilen  in  einem  Monate“  besagt:  Sie  erscheinen  undeutlich ­
  nach  einer  Erkrankung  in  Folge  von  Erkältung.  Deswegen
wird  gesagt:  Man  behandelt  dies  in  jedem  einzelnen  Falle  nach  den
Erscheinungen.
(Gesammelte  Erklärungen.)  Li-wen  sagt:  In  dem  Buche  der
Erhaltung  des  Lebens  der  Menschen  (ho-jin-schu)  heisst  es:  Nach
bedeutenden  Krankheiten  der  Erkältung  kann  sich  die  Luft  des
Blutes  noch  nicht  beruhigen.  Sie  verändert  sich  wieder  und  bringt
die  Lilienkrankheit  zu  Wege.  Wenn  man  in  Betracht  zieht,  dass  die
hundert  Adern  als  ein  einziger  Stamm  insgesammt  die  Krankheit
hervorbringen,  so  soll  es  eine  Krankheit  der  beiden  Gewebe  des
Herzens  und  der  Lungen  sein.  Die  Zeichen  des  Gehens,  des  Liegens,
des  Trinkens,  des  Essens,  der  Hitze  und  Kälte  nebst  Anderem  sind
vorhanden  und  können  keine  Gestalt  annehmen.  Die  Krankheit  der
Zehrsucht  in  den  Auseinandersetzungen  des  Buches  des  Inneren  hat
mit  ihr  Ähnlichkeit.  Zieht  man  in  dem  Abschnitte  die  Stelle:  „Ist  es
als  ob  die  Geisteskräfte  vorhanden  wären“  in  Betracht,  so  kann  man
nichts  anderes  glauben  als  dass,  weil  das  Herz  den  Geist  beherbergt, ­
  die  Lungen  den  Stoff  des  Geistes  beherbergen,  der  Mensch
den  Geist  und  den  Stoff  des  Geistes  entstehen  heisst  und  wenn  er  der
Bewahrung  verlustig  wird,  die  Gemüthsbeschaffenheit  des  Blödsinns
und  der  Verwirrung  sich  zeigt.
Er  sagt  ferner:  In  dem  Buche  des  Inneren  heisst  es:  Wo  Erkältung ­
  statt  findet,  ist  die  Krankheit  hitzig.  Wenn  die  Hitze  zurückbleibt ­
  und  sich  nicht  entfernt,  versteckt  sie  sich  in  den  Adern  und
            
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