568
P f i z m a i e r
Man glaubt, dass man essen will, und ist nicht mehr im Stande
zu essen. In einigen Fällen gibt es hier eine günstige Zeit, in
anderen Fällen riecht man den Geruch von Speise und man hat die
Zeit nicht nöthig. Es scheint als ob eine Krankheit der inneren
Theile vorhanden wäre, und doch ist keine Krankheit der inneren
Theile. Wenn endlich der Puls häufig, der Mund bitter, der Harn
roth ist, so ist dies eine eingeschlossene und verknüpfte Hitze.
Sie dringt zwar in die inneren Theile, aber diese Hitze ist noch
nicht stark.
Die Krankheit wird in ihrem Anfänge von dem Arzte nicht erkannt.
Er hält sie irrthümlich für eine Krankheit der äusseren und
inneren Theile und gebraucht schweisstreibende und abführende
Mittel. Deswegen erfolgt starkes Erbrechen und Durchfall. Aber
selbst starkes Erbrechen und Durchfall ändert nichts an den unregelmässigen
Erscheinungen.
Wenn der Geist kräftig ist, so sind Körper und Gestalt
gleichmässig wie früher, jedoch der Puls ist unbedeutender und
häufiger als er früher gewesen. Es besteht daher die Eigenthümlichkeit,
dass keine Fähigkeit zu raschem Vorwärtsschreiten. Es ist
eine unmerkliche Zunahme und dabei keine Fähigkeit zu schneller
Heilung.
Prüft man es und spricht von Umschränkung und Abkürzung
der Zeit der langsamen Heilung, so sind die schweren Fälle spätestens
in sechzig Tagen, die leichten Fälle spätetens in zwanzig
Tagen, die zwischen den leichten und den schweren in der Mitte
liegenden Fälle spätestens in vierzig Tagen heilbar. Dass man jedoch
in Bezug auf die Heilung unterscheiden muss, ob bei jedesmaligem
Harnen das Haupt schmerzt oder nicht schmerzt, ob Empfindlichkeit
gegen den Wind oder keine Empfindlichkeit gegen den Wind, ob
Wohlbefinden oder kein Wohlbefinden, ist, weil jedes Unrecht der
Adern der Gewebe durch den grossen Urstotf des Lichtes geheilt
wird. Schmerzhaftigkeit des Hauptes und Empfindlichkeit gegen
de n Wind ist eine Erspähung des Gewebes. Wohlbefinden zur Zeit
des Hamens ist eine Äusserung der Kammer.
Was die Worte betrifft: „Diese Zeichen erscheinen in einigen
Fällen noch ehe Krankheit eintritt, im voraus“, so ist hier von den
Zeichen, welche auf die Lilienkrankheit deuten, und von anderen
Zeichen die Rede.