Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

566

Pfizmaier

würde,  konnten,  was  mit  Bedauern  zu  sagen,  nicht  immer  durch  ihre
deutschen  oder  wissenschaftlichen  Namen  ausgedrückt,  sondern
mussten  in  vielen  Fällen  Idos  annäherungsweise  oder  mit  chinesischen
Benennungen  wiedergegeben  werden.  Eine  naturwissenschaftliche
Untersuchung  der  Gegenstände  des  Pen-tsao  (der  alten  noch  jetzt
üblichen  Materia  medica)  und  von  dessen  Supplementen  wäre,  wenn
sie  gelänge,  allein  geeignet,  hierüber  genügendes  Licht  zu  verbreiten.

Die  Lilienkrankheit.
Die  Erörterung  sagt:  Bei  der  Lilienkrankheit  (wörtlich:  bei  der
Krankheit  der  hundert  Vereinigungen)  bringen  die  hundert  Adern  als
ein  einziges  Stammhaus  insgesammt  die  Krankheit  zu  Wege.  Glaubt
der  Kranke,  dass  er  essen  will,  so  ist  er  nicht  mehr  im  Stande  zu
essen.  Er  ist  beständig  schweigsam.  Will  er  sich  niederlegen,  so  ist
er  nicht  im  Stande  sich  niederzulegen.  Will  er  gehen,  so  ist  er
nicht  im  Stande  zu  gehen.  Will  er  essen  und  trinken,  so  gibt  es  bisweilen ­
  eine  günstige  Zeit,  bisweilen  ist  dies  nicht  nöthig.  Riecht  er
den  Geruch  von  Speise,  so  ist  es  als  ob  ihm  kalt  wäre,  und  doch  ist
keine  Kälte.  Es  ist  als  ob  ihm  heiss  wäre,  und  doch  ist  keine  Hitze.
Der  Mund  ist  bitter,  der  Harn  roth.  Die  Arzneimittel  vermögen  nichts
für  die  Heilung.  Werden  Arzneien  beigebracht,  so  erfolgt  starkes
Erbrechen  und  Durchfall.
Ist  es,  als  ob  die  Geisteskräfte  vorhanden  wären,  so  ist  es,  als
ob  Körper  und  Gestalt  im  Einklang  wären.  Der  Puls  ist  unbedeutend
und  häufig.  Wenn  das  Haupt  bei  jedesmaligem  Harnen  schmerzt,  so
erfolgt  die  Wiederherstellung  in  sechzig  Tagen.  Wenn  beim  Harnen
das  Haupt  nicht  schmerzt,  wenn  der  Harn  einen  Bodensatz  enthält,
so  erfolgt  die  Wiederherstellung  in  vierzig  Tagen.  Ist  bei  dem  Harnen ­
  Wohlbefinden  und  schwindelt  nur  das  Haupt,  so  erfolgt  die
Wiederherstellung  in  zwanzig  Tagen.
Diese  Zeichen  erscheinen  in  einigen  Fällen  noch  ehe  Krankheit
eintritt,  im  Voraus,  manchmal  kommen  sie  am  vierten  oder  fünften
Tage  der  Krankheit  zum  Vorschein.  Bisweilen  erscheinen  sie  undeutlich ­
  am  zwanzigsten  Tage  der  Krankheit,  bisweilen  in  einem  Monate.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.