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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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hinter  den  Magyaren  am  Don  liausie.  Mordgierig  brachen  die
wilden  Banden  in  die  ungarischen  Wohnsitze  ein,  mordeten  was
Leben  hatte,  raubten  was  sie  fanden,  und  nahmen  das  Land  für
sich.  Da  warfen  sich  die  Magyaren  auf  das  kaum  verlassene  Tiefland
zurück,  um  es  nicht  wieder  zu  verlassen  (89  ö).  Ihre  Strasse  war  das
Donauthal  zwischen  dem  Banat  vonKrajowa  und  dem  Temeser  Banat,
Vor  ihren  Angriffen  zerfiel  die  Macht  der  marahanischen  Slaven  im
nördlichen  Ungarn,  und  bald  verlor  auch  das  schwache  Frankenreich
seine  Länderbeute  aus  dem  avarischen  Kriege.  Die  Bulgaren  büssten
ihre  Herrschaft  jenseits  der  Donau  gleichfalls  ein,  welche  seit  670  im
Flachlande  der  Tlieiss  bestanden  hatte  i).  Aber  auch  in  Siebenbürgen
scheinen  die  Petschenegen  durchaus  allein  ihre  Sitze  gehabt  zu
haben.  Sie  wohnten  von  Silistria  an  durch  Atelkusu  2 ),  d.  i.  das
Land  vom  Seret  bis  zum  Dnjepr  und  waren  Nachbarn  der  Chazaren
nach  Osten  und  der  Russen  nach  Norden,  denen  sie  bei  Kiew  nahe
genug  standen.  Westwärts  von  Silistria  trennte  eine  Einöde  vier
Tagreisen  lang  Petschenegen  und  Magyaren,  deren  Gebiet  im  Westen
des  Schyl  anfing,  also  schon  jenen  Theil  der  kleinen  Walachei  umfasste, ­
  die  bis  in  das  14.  Jahrhundert  zu  Ungarn  gehörte  3 ).
XI.
In  dieser  Zeit  grosser  Umwälzungen  der  Völker  wird  wieder
nirgend  uorddanubischer  Römer  oder  Walachen  Erwähnung  gethan.
Denn  die  Erzählung  des  ungarischen  Anonymus,  der  sie  allerdings  als
ßlacei  in  mehreren  Fürstentümern  Siebenbürgen  und  Ostungarn  bewohnen ­
  und  von  den  Magyaren  zu  grossem  Ruhme  derselben  besiegen
lässt,  kann  hier  nicht  im  entferntesten  berücksichtigt  werden.  Besonnene
und  kritische  Forscher  lassen  ihn  überhaupt  als  Quelle  für  die  Eroberungsepoclie
  nicht  zu.  Ohnedies  ist  er  ein  Schriftsteller  des  13.  Jahrhunderts, ­
  und  seine  Wahrheitsliebe  sehr  gering,  seine  Tendenz  überi)
  Constantinus  Porpliyrogeu.  de  administratione  iuiperii  e.  13.  38.  40.
3 )  A.  a.  0.  e.  40.  6  di  r6zog  iv  w  jrporgpov  ol  Toöpxxt  \jzr,r,yvj  <Jvop:a£Era(  xara
XYj'j  sjTojvjp.tÄV  vou  sxgias  Otcp^opsvou  eorapov  ’hriX  xai  ivouioy,  gy  ui
ipzi(t>g  oi  nar^tvaxivae  xaroixouatv.
3)  A.  a.  0.  Kpcörov  piv  g’anv  vj  voö  ßarji\io>s  Tpai'avoö  ’/iovpcc  /.arä  rv)  v  xf,  c
Toopxtas  äpxüv.  Constantin  sagt  eben  sowol,  dass  die  Petschenegen
bis  Silistria  reichten,  als  dass  zwischen  ihnen  und  den  Magyaren  (Türken)
vier  Tagereisen  öden  Raumes  lagen  und  die  Trajansbrücke  (bei  Turnu
Severin)  bereils  magyarisch  war.
Sitzt),  a.  phil.-hist.  CI.  LI1I.  Bd.  I.  Hft.  4
            
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