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vor jeder Arbeit sieb scheuenden avarischen Nomaden die Gewandtheit
und Thätigkeit geschickterer Völker, die ihnen dienstbar waren,
in Anspruch nahmen. So Hessen sie sich von Langobarden und Slaven
Schiffe hauen; warum nützten sie nicht jene römische Cultur aus, die
in ihren angeblichen dacischen Unterthanen fortleben musste.
Von jetzt an trennte ein wüster, herrenloser Raum die fränkische
Herrschaft von der auch auf das nördliche Donauufer sich hinziehenden
bulgarischen '). Noch am Abende der Regierung des grossen Fraukenkaisers
erstand den Bulgaren in Krum ein gefürchteter König
(802—813). Weite Verheerungen im griechischen Reiche gingen
von ihm aus, das zehnfach bereits ausgeplünderte und mit neuer
Bevölkerung immer und immer wieder auflebende Thracien erfuhr
die Wut der bulgarischen Nachbarn. Im Jahre 813 führte man die
Einwohner von Adrianopel und seiner schönen Umgegend über die
Donau hinüber, andere fünfzig tausend schleppte man im nächsten
Jahre fort. Wir wissen weder, von welchem Stamme die Unglücklichen
waren, die man ihrer Heimat entriss, noch wohin man sie verpflanzte.
Chr. Engel wollte in ihnen die Romanen erkennen, die er von jetzt an
auf dem norddanubisehen Ufer wohnen lässt. Vom Wandertriebe erfasst,
diesem geistigen Sturme, der die Nomadenvölker oftmals ergreift
und unwiderstehlich in die Ferne treibt, rückte damals eine finnische
Nation, die Magyaren oder schwarzen Ugrer vom Ural her gegen
den Westen, dessen Geissei sie werden sollten. Zuerst bedienten sich
ihrer die Franken gegen die mährischen Slaven (892) und sodann
die Byzantiner gegen die Bulgaren. Diese waren bis Konstantinopel
vorgedrungen und die alte Politik des Hofes, einen Feind durch den
andern zu besiegen, erwies sich als geeignete Auskunft, der Gefahr zu
zu begegnen. Kaiser Leo der Weise (889 — 912) liess die Ungarn
auf griechischen Schiffen über die Donau setzen. Nach drei Niederlagen
war der Bulgarenkönig Symeon zum Frieden mit Byzanz gebracht.
Beuteheladen kehrten die Sieger heim, um im nächsten Jahre
Pannonien, das ihnen jetzt schon nicht fremd war, auszuplündern.
Aber die Bulgaren hatten die wilden Gäste nicht vergessen, sie
regten ihnen die Petschenegen auf, einen türkischen Stamm, der
i) König Aelfrcd in Dahlmann, Forschungen zur deutschen Geschichte. I. 419.
Die BouVyapta sxstSsv ~o0 "I^rpoo bei den Byzantinern öfter genannt, so
hei Georg. Mon., Leo Grammat.