Dacier und Romanen.
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angesessen an den Ufern des mittleren Atel, der seinen Namen Wolga
nach ihnen empfieng, stifteten zuerst ein Reich zwischen dem Kuban
(Kup'his) und dem Don (Tanais), welches im ä. Jahrhundert als
Grossbulgarien einen mächtigen Namen besass. Seit 4(32 wanderte
eine bedeutende Volksmenge über den Don und erfüllte grosse Thcile
des russischen Pontus-Steppe bis zum Dniester. Von hier aus beunruhigten
sie das griechische Reich, welches häufig die Anten und
Slaven gegen sie aufrief. Doch den Avareu widerstanden sie nicht;
lange gehorchten sie ihnen, bis ihr Fürst Kuhrat diese Dienstbarkeit
lüste (634—641). Von seinen fünf Söhnen eroberte Asparucli das
Land Onklos (die heutige Moldau).
Schon 678 — 680 drangen die Bulgaren über die Donau, eroberten
Varna, überwältigten die Slavenvölker, welche zwischen dem mösischen
Donauufer und den Berghöhen des Härnus wohnten, schlugen
den Kaiser Constantinus in die Flucht und erzwangen die Abtretung
der in Besitz genommenen Landstriche. Seit dieser Zeit heisst das
alte Mösien und Kleinscythien Bulgarien. Der herrschende Stamm
verlor aber in der zahlreichen Slavenmasse, die ihm unterthänig
geworden war, sehr bald seine heimische Sprache, ebenso wie die
Westgothen und Franken in der zahlreichen Umgebung römischer
Unterthanen sich romanisirten. Jedoch die unterjochten Slaven empfiengen
den Namen der finnischen Sieger, ähnlich wie der Name der
Lombarden auf einen Tlieil der unterworfenen italienischen Bevölkerung
überging.
Vor dem Ende des 8. Jahrhunderts erlagen die Bedränger der
mittleren Donau, die Avaren den Waffen der Franken; dem auf Cultur
und Christentum gegründeten Reiche Karls des Grossen war die
Nachbarschaft der heidnischen Räuber ein Greuel. Die Franken
traten in den Besitz der westlichen Avarenländer, den entfernteren
Osten an derTheiss sprachen sie nicht an und Hessen ihn den Bulgaren.
Die Namen der bisher von den Avaren geknechteten Völker, der
Slaven und Gepiden, treten aus dem Dunkel noch einmal hervor. Am
Ende des 9. Jahrhunderts hören wir von Gepiden in Pannonien •).
Nur die Römer oder Romänen werden nicht genannt, und es ist dies
auch darum auffallend, weil die jeder Kunstfertigkeit entbehrenden,
*) Anonym. Salisburg. all a. 863, de Gepidis autein quidain adliuc ibi resident.