Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Eine  altspanische  Prosadarslellung  der  Crescentiasage.

503

scheinungen,  welche  sich  auf  alle  altspanischen  Denkmäler  erstreckte,
und  wer  sich  an  diese  lohnende,  durch  gute  Vorarbeiten  wesentlich
erleichterte  Aufgabe  machen  wird,  wird  auch  aus  der  hier  veröffentlichten ­
  Schrift  guten  Nutzen  ziehen.  Nur  auf  Einiges  möchte  ich
aufmerksam  machen.  Zuerst  auf  eine  Verbalform.
Die  3  Sing,  des  Perfects  von  jacere  lautet  yogo.  Spanische
Herausgeber,  wie  de  los  Rios  (im  oben  citierten  5.  Bande  seiner
Historia,  S.  366)  und  Gayangos  (im  51.  Bande  der  Biblioteca
  de  autores  espanoles,  S.  143),  betonen  yogo  *),  als  ob  es  ein
schwaches  Perfect  der  ersten  Conjugation  wäre.  Es  scheint  aber
kaum  einem  Zweifel  zu  unterliegen,  dass  wir  es  vielmehr  mit  einem
starken  Perfecte  der  zweiten  Conjugation  zu  thun  haben,  welches
dem  gemäss  yogo  lauten  muss.  Wie  plögo  zu  plakuit  plaukit,  hobo
zu  liabuit  haubit,  söpo  zu  sapuit  saupit,  so  verhält  sich  yogo  zu
jakuit  jaukit.  Würde  das  Worl  noch  im  Gebrauche  sein,  so  würde
es  wohl  yugo,  wie  plugo,  liubo,  supo,  lauten.  So  fasst  Diez  (Gramm.
II-,  173)  das  Verluiltniss  auf;  so  Del  ins  in  seinem  Aufsatze  über
altspanische  Conjugation  (Herrig’s  Archiv  X,  15b),  so  Damas  Hinard
in  seiner  Ausgabe  des  Rhema  del  Cid,  V.  581  und  Andere.  Ich  nahm
daher  keinen  Anstand  V,  7  das  Wort  als  Paroxytonon  aufzufassen.
Bemerkenswerth  ist  aber,  dass  in  der  Sibilln  (Rios,l.  c.,  S.4574)  das
Futurum  yogure  yognredes  vorkommt,  welches  also  wirklich  ein
Verbum  yogur  —  yacer  voraussetzt.  Eine  solche  Form  lässt  sich
nur  durch  Einfluss  des  starken  Perfectes  erklären;  ich  wüsste  aber
nicht,  dass  ein  anderes  Beispiel  dieser  seltsamen  Erscheinung  vorhanden ­
  wäre.
Manche  Wörter  haben  eine  Form,  die  mehr  den  französischen  als
den  spanischen  Lautgesetzen  entsprechen:  so  championes  =  campeones
  XXV,  18;  contrengete—constr.  XXIV,  3  I;  losenja=lisotija  XIX,
45;  rosados  =  rociados  1,43;  trasuar  1,111  und  saluar  XXII,  39  mit

*)  Derselbe  (a.  a.  0.,  S.  297  und  in  der  Conquista  de  Ultramar,  S.  442)  betont  auch
tanjo  (tetiyit),  als  ob  es  ein  schwaches  Perfectum  von  tancr  wäre;  die  richtige
Form  ist  aber  wohl  tanxo  (so  werden  die  Handschriften  haben)  tanjo;  vgl.  Poema
del  Cid,  V.  1681  und  Berceo,  Vida  de  S.  Oria,  Cop.  144.  Und  wenu  Gayangos
wieder  in  der  Conqu.  de  Ultr.  S.  482  und  56!>  fujo  betonl,  so  ist  auch  hier  vielmehr ­
  ein  starkes  Perfect  füxo  fujo  anzunehmen;  vgl.  die  Schreibung  fusso  bei
Berceo,  Vida  de  San  Millan,  Cop.  122.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.