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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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Söhne  rasch  unterging,  erhob  sich  in  den  Gegenden  von  Siebenbürgen ­
  bis  zum  Meere  und  in  Ostungarn  die  Herrschaft  der  Gepiden.
eines  gothischen  Stammes.  Aber  von  römischer  Bevölkerung  in  ihrem
Laude  ist  nicht  die  Rede.  Das  Land  Dacien  führte  nun  den  Namen
Gepidia  und  dieser  lebte  länger  als  die  Macht  des  Volkes,  von  dem  er
stammt  <)•
X.
Im  J.  57ß  erlag  die  gepidisclie  Herrschaft  den  Schlägen  der
Langobarden  und  Avaren  und  die  letzteren,  einer  der  wildesten  türkischen ­
  Stämme,  bemächtigte  sich  der  grossen  Länderheute.  Ihr  rohes ­
  Walten  reichte  von  der  Enns  bis  an  die  äusseren  Bergwälle  Siebenbürgens. ­
  Auch  die  römische  Bevölkerung,  wenn  es  eine  solche  im
Norden  der  Donau  gab,  muss  in  die  avarisclie  Knechtschaft  gesunken
sein,  und  die  Faust  dieser  Herren  war  eisern.
Seit  dem  Einbrüche  Attilas  war  die  Schwäche  des  byzantinischen ­
  Reiches  dem  slavischen  Nordosten  Europas  kein  Geheimnis
mehr.  Auch  quälte  die  Bebauer  kalter,  sumpfiger  Wahlbezirke  ein
unwiderstehliches  Verlangen  nach  den  lauen  Lüften  des  Südens,  den
fruchtbareren  Landschaften  Thraciens  und  Macedonicns  mit  ihren
prächtigen  Wäldern,  üppigen  Triften,  einladenden  Thalgründen.  So
bereitete  sich  für  die  grosse  östliche  Halbinsel  Europas,  das  sogenannte
illyrische  Dreieck,  eine  Völkerwanderung  vor,  ungleich  verderblicher
und  nachhaltiger  als  jene,  welche  der  römische  Süden  und  Westen  des
Erdtheils  durch  die  Germanen  erfahren  hat.  Schon  mit  dem  J.  539  -)
hatten  jene  furchtbaren  Einbrüche  norddanubiscjjcr  Völkerstämme  in
das  oströmische  Reich  begonnen.  Hunnen,  Anten,  Gepiden,  Bulgaren
und  vor  allem  Slaven  stürzten  in  ungeheuren  Massen  fort  und  fort  in
die  unglücklichen,  wehrlosen  Länder,  die  sie  in  ihren  Grundfesten
erschütterten.  Durch  Niedermetzelungen  und  Wegschleppungen

1)  Jornund.  de  reb.  get.  c.  SO.  Cosinogr.  Ravennas  ed.  Pinder  et  Parthey
p.  28  Datia,  quae  modo  Gipidia  ascribitur:  in  qua  nune  Unoruin  gens  habitare
  dinoscitur  u.  p.  202  Gipidia,ubi  modo  Uni  qui  et  Avari  inhabitant.
2 )  Proeop.  de  bello  Persico  II,  c.  4.  Übrigens  verweise  ich  über  die  Thatsachen,
  welche  uns  von  dieser  grossen  slavischen  Völkerwanderung  bekannt
sind,  auf  Fallmerayers  Untersuchungen  in  dessen  Geschichte  Morea’s,
Zinkeisens  Geschichte  Griechenlands  und  Safariks  slav.  Aiterth.
            
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