Dacier und Romanen.
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Söhne rasch unterging, erhob sich in den Gegenden von Siebenbürgen
bis zum Meere und in Ostungarn die Herrschaft der Gepiden.
eines gothischen Stammes. Aber von römischer Bevölkerung in ihrem
Laude ist nicht die Rede. Das Land Dacien führte nun den Namen
Gepidia und dieser lebte länger als die Macht des Volkes, von dem er
stammt <)•
X.
Im J. 57ß erlag die gepidisclie Herrschaft den Schlägen der
Langobarden und Avaren und die letzteren, einer der wildesten türkischen
Stämme, bemächtigte sich der grossen Länderheute. Ihr rohes
Walten reichte von der Enns bis an die äusseren Bergwälle Siebenbürgens.
Auch die römische Bevölkerung, wenn es eine solche im
Norden der Donau gab, muss in die avarisclie Knechtschaft gesunken
sein, und die Faust dieser Herren war eisern.
Seit dem Einbrüche Attilas war die Schwäche des byzantinischen
Reiches dem slavischen Nordosten Europas kein Geheimnis
mehr. Auch quälte die Bebauer kalter, sumpfiger Wahlbezirke ein
unwiderstehliches Verlangen nach den lauen Lüften des Südens, den
fruchtbareren Landschaften Thraciens und Macedonicns mit ihren
prächtigen Wäldern, üppigen Triften, einladenden Thalgründen. So
bereitete sich für die grosse östliche Halbinsel Europas, das sogenannte
illyrische Dreieck, eine Völkerwanderung vor, ungleich verderblicher
und nachhaltiger als jene, welche der römische Süden und Westen des
Erdtheils durch die Germanen erfahren hat. Schon mit dem J. 539 -)
hatten jene furchtbaren Einbrüche norddanubiscjjcr Völkerstämme in
das oströmische Reich begonnen. Hunnen, Anten, Gepiden, Bulgaren
und vor allem Slaven stürzten in ungeheuren Massen fort und fort in
die unglücklichen, wehrlosen Länder, die sie in ihren Grundfesten
erschütterten. Durch Niedermetzelungen und Wegschleppungen
1) Jornund. de reb. get. c. SO. Cosinogr. Ravennas ed. Pinder et Parthey
p. 28 Datia, quae modo Gipidia ascribitur: in qua nune Unoruin gens habitare
dinoscitur u. p. 202 Gipidia,ubi modo Uni qui et Avari inhabitant.
2 ) Proeop. de bello Persico II, c. 4. Übrigens verweise ich über die Thatsachen,
welche uns von dieser grossen slavischen Völkerwanderung bekannt
sind, auf Fallmerayers Untersuchungen in dessen Geschichte Morea’s,
Zinkeisens Geschichte Griechenlands und Safariks slav. Aiterth.