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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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brauch  der  Führung  umständlicher  Titel  hinter  dem  Namen  des  Fürsten ­
  schon  gekannt  haben,  so  hätte  man  die  Titularprovinz  hlos  auf
dem  Papiere  der  ämtlichcn  Decrete  weiter  erhalten.  Statt  so  modernen ­
  Vorganges  richtete  man  mit  der  aus  Dacien  herübergekommenen ­
  Menge  eine  neue  Provinz  ein  zwischen  dem  Timacus
(Tiiriok)  und  Utus  (Vid)  aus  mösischen  Landschaften  und  Stücken
von  Thracien.  —  Unter  dem  Namen  Dacia  Aureliani,  oder  Dacia
ripensis  (Ufer-Dacien)  auch  Dacia  schlechthin  lohte  *)  die  neue
Einrichtung  bis  auf  Constantin.  Seit  diesem,  der  dem  römischen
Reiche  eine  neue  Einteilung  verlieh,  wurde  Dacien  im  weiteren
Sinne  eine  Diöcese  der  Präfectur  lllyricum,  und  umfasste  die  fünf
Provinzen  Dacia  mediterranen,  Dacia  ripensis,  Moesia  prima,  Dardania
und  Praevalitana.  Zwei  Duces  commandirten  in  ihr  mit  den  Stationen
in  Uferdacien  und  Moesia  prima 2 ).  Bis  zum  bleibenden  Verluste  dieser
Landschaften  an  die  Bulgaren  und  Slaven  hat  diese  Verwaltungsterminologie ­
  fortbestanden.  In  jenem  verlassenen  Dacien  aber  im  Norden ­
  des  Donaustromes,  der  nun  durchaus  den  Norden  des  römischen
Reiches  in  Europa  begrenzte,  gesellten  sich  zu  den  Gothen  auch  die
Vandalen,  die  von  ihrer  Heimat  an  der  Elbe  her  gegen  Südosten  gewandert ­
  waren ! ).  Sie  nahmen  Sitze  an  den  Flüssen  Maros  und  Köriis.
Aber  es  währte  nicht  lange,  so  brach  Krieg  aus  zwischen  Gothen  und
Vandalen;  am  Märosflusse  unterlagen  die  letzteren;  die  landflüchtigen
Reste  erbaten  und  erhielten  von  Kaiser  Constantin  Wohnsitze  in  Panposse

  retineri,  abductosque  Romanos  ex  urbibus  et  agris  Daciae  in  media
Moesia  eollocavit  appellavitque  eam  Daciam,  quae  nunc  duas  Moesias  dividit
  et  est  in  dextra  Danubio  in  marc  fluenti.  cum  antea  fuerit  in  laeva.
Ohne  alle  Belehrung  ist  die  Mitlheilung  bei  JoannosMalala(Chronogr.),
der  wie  man  aus  der  Vergleichung  der  beiden  Stellen  (3S9  und  39S)  sieht,
das  dies-  mit  dem  jenseitigen  Dacien  zusammenwarf:  eVoüjcrs  de  (Tpai'avöc)
  xai  aXXr;v  inapyim  eij  xdv  Aavovßn  -orap.ov,  r/j  e’xäXeae  Aaxtav
irapareorapiav.  Und:  '0  de  aiixdg  AüpvjXiavoj  xai  Aaxtav  enroivjaev  eVap^tav
rvjv  jrapairoraptav,  irXvjaiov  ouaav  roü  Aavoußiov  irorapioü.  Eine  Dacia
ripensis  im  Trojanischen  Dacien  gab  es  nicht;  die  erste  Eintheilung  war  in
D.  superior  und  inferior.
*)  Dacia  ripensis  erwähnt  Flav.  Vopisc.  II,  ISS.  In  ihr  wurden  die  Kaiser  Galerius
  und  Licinianus  geboren  |Eutrop,9,22;  10,  4)  Aaxt'a  'piTrvjaia  Procop.
de  aedif.  IV,  S.
2 )  Nötitia  dignitat.  imperii  ed.  E.  Boecking  I.
3 )  Zcuss,  Die  Deutschen  und  ihre  Nachbarstämme.  S.  440.  447.
            
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