Die Kosenamen der Germanen. 43 R
Hoher Name aber kann Wamba nicht durch „Bauch“ erklärt werden,
und es ist demnach für ihn eine andere Bedeutung zu suchen.
Nach Rasche Tom. G pag. 957 erscheinen auf Münzen auch die
Formen Wartha und Waba und sie sind jedenfalls ursprünglicher
als Wamba.
Welche von beiden Formen, oder oh nicht eine dritte als die
rein germanische betrachtet werden darf, mag einer späteren Untersuchung
Vorbehalten bleiben. Hier soll nur die Form Wartha festgehalten
und ihre Erklärung versucht werden.
Nehmen wir Wanha als die echte Form und in Waba Ekthlipsis
des n an, so kann sie, wie die vorher betrachteten Namen, durch
Oontractiou entstanden sein, und zwar aus Wanbert, a. 789. Neug.
n. 117; Wamhert, smc. 8, Cod. Lauresli. n. 899; Wamperht, s;ee.
8. Verhr. v. St. P. 93, 37; Guamberto, a. 898. Tiraboschi 2 n. SG;
Wanpald, sajc. 9. Meichlh. n. S86; Wanpald, a. 8G1. 1. c. n. 710;
Wambalt, saec. 9. Cod. Lauresli. n. 3367 oder aus YanSebercth
a. 6S7. Pard. n. 330; Wantbert, a. 861. Kausl. n. 13G u. dgl.
Dass die Westgothen die Stämme wan und wand zur Bildung
der Personennamen verwendet haben, zeigen Wanagodits (vieecomes)
a. 9G8. Marca liisp. n. 107; Marvanus (decanus) a, 917.
Esp. sagr. 34, 447; Wanduricus, a. 862. HLgd. 1 n. 88; Segnnvanda
f. a. 977. Marca liisp. n. 121; Guanin (masc.), a. 994. 1. c.
n. 143.
Doch wie schon bemerkt wurde, lässt die Form Waba, aber
auch Wamba, noch andere Erklärungen zu. die, mag nun die eine
oder die andere richtig sein, jedenfalls zu der Erkenntniss führen,
dass Wamba, als Personenname, seiner Bedeutung nach sich den
übrigen germanischen Namen anschliesst und mit dem gothischen
Appellativ vamba lautlich nur zufällig stimmt.
Beachtung verdient auch, dass den Namen Wamba schon früher
ein Diakon trug, der im Jahre 638, bei dem sechsten Concilium in
Toledo, Vikar des Bischofs Anton von Segovia war: ,. Wamba qui et
Petrus diaconus“.
Hier würde auch anzureihen sein Yccta, ein.Sohn Vodans, mit
dem nach Beda 1, 15 die Reihe der Herrscher von Keilt beginnt.
sind. — Vielleicht, gestattet diese Sage, die meinem Wissen nach wenig bekannt
zu sein scheint, eine Verwerthung für die mythologische Forschung.