Darier und Romänen.
33
entdeckt das dacische dava auch in YLozidcutx, llhxzc/j.a. u. ähnl. Den
Freunden solcher etymologischen Spiele könnte man noch mehrere
vorlegen, die nach derselben Methode bearbeitet sind und celtisch
duften. So würde aus ir. mor, mawr und uisg Wasser: Marisius
(Mäpc?) grosses Wasser. Aus pic, ir. beug klein und in, ini, inne
Insel erklärte sich Peucini; aus age, ir. aiglie Hügel und ir. borr Sieg,
borrsa gross, mächtig, oder vors Soldat, Kriegsmann fände der
Name der Agathyrsen seine Erklärung als die „Kriegsmänner in den
Bergen“. Zu Margus, Fluss in Moesien würde sich stellen org,
morg Fluss, ir. carg und Orca in Oheritalien. Wegen ir. ing
Landenge und si klein könnte Singidava die Stadt an einer kleinen
Insel bedeuten u. s. w. Sapienti sat! Noch hätten die Anhänger derselben
Hypothese gewichtigen Anlass, auf Ähnlichkeiten getischdacischer
und gallo-britischer Ortsnamen hinzuweisen. Zu dem
getisch-thracischen Ortssuffixe -bria wären die häufigen in Gallien,
Hispanien und England vorkommenden zu beachten *). Zu dem Flussnamen
Axona (Aisne) stellte sich leicht Aixi in Dacien, zu Otis (jetzt
Lot wol L'ot) in Gallien Utus, Fluss in Mösien und Utidava, Stadt an
ihm gelegen, zu Ägedincum (Sens) Aquincum an der Donau, zu Artiaca
(j. Arcis) Arcidava in Dacien. Nicht unpassend vergleicht zu
gotischem Ararus Fr. Müller die gallischen Flussnamen Arauris,
Araris -). Zum ersten Tlieil des Gaunamens Petro-corii könnte verglichen
werden üarpi-dixvcc in Dacien. Zu den Cottii in den Alpen
fänden wir etwa Verwandte in den Koz-yvoioi des Ptolemäus. Dem
hispanischen Osca (j. Huesca), einem übrigens sicherlich iberischen
Namen, britannischen lsca steht die gleiche Doppelform an
der Donau gegenüber in dem Flussnamen Iscus und Oescus und in
Col. Ulp. OESCE (Uenzen K2S0). Der dacische Pflanzenname SOv
urtica stimmt ersichtlich zu welschem dynad.
Wir wollen es nun den Celtologen überlassen, diesen Boden
noch emsiger zu pflegen. Aber verhehlen wir es uns nicht, alle diese
Anklänge sind zu leicht und zufällig, um etwas beweisen zu können.
So wird das Celtentum der dacischen Ortnamen schon allein dadurch
>) Steph. ISyz. Jipovrußpix — ro -jap ßpia zoOzo <rvj,uatva wj nolzvp.ßpia,
'irjXup.ßpia. und s. v. MsaVp.ßpia: ßpia zrjv jro).iv tpazi ®pqxe<:.
-) Müller, fii'onzeatterthÜrner in Siebenbürgen. Archiv für sicbenb. Landesk.
18ö8, S. 362.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. L1II. Btl. 1. Hft.
3