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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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R  o  e  s  I  e  r

Rusiava  (Orsova).
Clusiu  (Klausenbiirg).
Desiu  (Dees).
Ardeal  (Name  Siebenbürgens)
bei  den  Romanen,  celtiscbes
Land  bedeutend,  daraus  sei
magyarisches  Erdely  geworden.  “
Alle  hier  vorgeführten  Vergleichungen  leiden  an  dem  schweren
Übel  der  Unwissenschaftlichkeit;  die  Namen  in  der  linken  Columne
sind  sämmtlich  im  Alterthum  unerweislich,  einige  sogar  sehr  modern.
Sie  können  also  in  dieser  Sache  gar  nichts  beweisen.  Der  romanische
Name  Ardealu  ist  unbezweifelbar  abgeleitet  aus  dem  magy.  Erdely,
das  zuerst  in  der  Form  Erdeuelu  im  Anonym.  Reise  r.  Not.  und  Keza
erscheint,  und  dessen  Etymologie  trans,  ultra  silvam,  wie  das  Land
urkundlich  zuerst  heisst,  durchsichtig  genug  ist 2 ).  Noch  istM  o  n  e  nicht
zu  vergessen.  Zwar  hat  dieser  sich  über  die  ganze  Frage  niemals
besonders  ausgesprochen,  und  die  Sprache  der  Dacier  oder  der  Geten,
so  viel  bekannt  ist,  nirgend  ausdrücklich  für  das  Celtenthum  vindicirt,
aber  er  hat  hieher  gehörige  Etymologien  aufgestellt■<).  Aus  irischem
uisg  Wasser  und  ir.  di  klein  leitet  Mone  Tibisius  ab,  im  Vergleiche
zum  Ister,  dem  grössten  Wasser,  welches  aus  uisg  und  ir.  dear
gross  stamme.  Aus  dear  gross,  abh  Fluss,  drav,  wird  trav,  Dravus
grosser  Fluss  im  Gegensätze  zu  Savus  kleinerFluss(?)hergeleitet.
Aus  zyr  Wasser,  ir.  dur,  suir  Bach:  Zyras  amnis  am  schwarzen
Meere  (Plin.  IV,  44)  Mone  findet  das  Wort  gun  „reissender  Fluss“
in  Bacuntius  fluvius  (Plin.  III,  148).  Er  weist  in  Gigemoros  einem
Berge  Thraciens  (Plin.  IV,  SO)  das  ir.  coiche  Hügel,  mär  gross  nach;

Kommt  hei  Ptolemäus  in  Noricum
als  celtischer  Name  Riussiava
vor  i)-Clusium
  in  Hetrurien.
Desio  in  Lombardo  Venetien.

*)  II,  11,  30  'Piouffiat/ü«.
3 )  Celtische  Forschungen,  1887.
3 )  Ardealu  ist  so  deutlich  als  irgend  eines  ein  Fremdwort  im  Romanischen;
deal  ist  nicht  das  romanische  Wort  deal  Berg,  Hügel,  sondern  dipthongische ­
  Erweiterung  des  gedehnten  e  in  dein,  wie  dies  eine  ganz  gemeine
Erscheinung  auf  romanischem  Spi'aehgebiete  bildet,  z.  B.  peale:  pellis,
peane:  penna,  seapte:  seplem.  u.  s.  w.  Von  den  Byzantinern  gebraucht
Chalcocondylas  die  Form  ’Ap8i\im.
            
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