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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Leben  Willirams.  Abtes  von  Ebersberg  in  Baiern.

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der  einst  auf  Salomo  geregnet,  auch  ihn  wenigstens  einiger  Tropfen
gewürdigt  hätte.
Wir  wissen  aber  bereits,  welche  andere  Zwecke  Williram  mit
diesem  literarischen  Unternehmen  verfolgte,  wir  wissen,  welche
Wünsche  er  dem  König  Heinrich  IV.  aussprach,  als  er  es  ihm  überreichte. ­
  „Gold  und  Silber  habe  ich  nicht,  was  ich  aber  habe,  das
gebe  ich  dir“  (Acta  Apost.  3,6):  diese  Worte  scheint  das  Dedicationsexemplar
  an  der  Stirn  getragen  zu  haben.  Es  klingt  wie  eine  Erläuterung ­
  derselben,  wenn  Williram  in  der  Widmung  seine  Armut  und
des  Klosters  Dürftigkeit  beklagt  und  daran  die  Bitte  knüpft,  ihn  entweder ­
  zu  unterstützen  oder  ihn  seiner  Mühewaltung  zu  entheben
und  in  das  Kloster  zurückkehren  zu  lassen,  dem  er  als  Mönch  angehörte, ­
  nach  Fulda.
Es  liegt  ein  Zug  schmerzlicher  Resignation  in  dieserBitte,  der  verstärkt ­
  wird  durch  die  Klage  über  das  Greisenalter  das  ihn  beschwere,
über  die  Verbannung  aus  der  Heimat  die  er  nun  so  lange  schon
dulde.  Wenn  ich  mich  nicht  geirrt  habe,  dass  Willirams  Wünsche
einst  höher  flogen  als  die  Stelle  die  er  bekleidete,  so  hatten  die  Übel
des  anrückenden  Alters  ihn  jetzt  gleichgiltig  gemacht  gegen  die
Ehren  dieser  Welt.  Er  verlangte  nichts  mehr  als  eine  Erleichterung
seines  schwierigen  Amtes  oder  gänzliche  Befreiung  von  der  Last  die
es  ihm  auferlegte.
Wir  wissen  nicht,  ob  der  König,  und  in  welcher  Weise  er
Williram  für  die  Widmung  dankte  und  seine  Wünsche  erfüllte:  so
viel  steht  fest,  dass  Williram  seines  Postens  weder  enthoben  noch  zu
einem  höheren  befördert  wurde  und  dass  er  Ebersberg  noch  anderthalb ­
  Decennien  bis  zu  seinem  Tode,  5.  Januar  1085,  regierte.  Er
liess  nicht  nach  in  seiner  hausväterlichen  Sorge  für  die  anvertraute
Brüderschaft,  ja  aus  dieser  Zeit  stammt  das  umfassende  Denkmal
das  er  uns  von  derselben  hinterlassen,  das  Traditionsbuch.  Es  bildete
nicht  blos  ein  Denkmal  für  die  Nachwelt,  sondern  ebensosehr  und
noch  mehr  eine  Erleichterung  der  Verwaltung  deren  Übersicht  es
gewährte,  ein  Beweismittel  gegen  Anfeindungen  Übelwollender  und
Habgieriger,  ein  zur  Nacheiferung  spornendes  Beispiel  für  die  künftigen ­
  Vorsteher  der  Abtei.  Wir  suchten  die  Methode  nach  der  es
angelegt  wurde  bereits  aufzuspüren  und  konnten  ebenso  die  vor
Williram  fallenden  Anfänge  bemerkbar  machen,  wie  sich  uns  sein
eigenes  Verdienst  dabei  ziemlich  deutlich  herausstellte.  Nur  die
            
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