Leben Willirams. Abtes von Ebersberg in Baiern.
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der einst auf Salomo geregnet, auch ihn wenigstens einiger Tropfen
gewürdigt hätte.
Wir wissen aber bereits, welche andere Zwecke Williram mit
diesem literarischen Unternehmen verfolgte, wir wissen, welche
Wünsche er dem König Heinrich IV. aussprach, als er es ihm überreichte.
„Gold und Silber habe ich nicht, was ich aber habe, das
gebe ich dir“ (Acta Apost. 3,6): diese Worte scheint das Dedicationsexemplar
an der Stirn getragen zu haben. Es klingt wie eine Erläuterung
derselben, wenn Williram in der Widmung seine Armut und
des Klosters Dürftigkeit beklagt und daran die Bitte knüpft, ihn entweder
zu unterstützen oder ihn seiner Mühewaltung zu entheben
und in das Kloster zurückkehren zu lassen, dem er als Mönch angehörte,
nach Fulda.
Es liegt ein Zug schmerzlicher Resignation in dieserBitte, der verstärkt
wird durch die Klage über das Greisenalter das ihn beschwere,
über die Verbannung aus der Heimat die er nun so lange schon
dulde. Wenn ich mich nicht geirrt habe, dass Willirams Wünsche
einst höher flogen als die Stelle die er bekleidete, so hatten die Übel
des anrückenden Alters ihn jetzt gleichgiltig gemacht gegen die
Ehren dieser Welt. Er verlangte nichts mehr als eine Erleichterung
seines schwierigen Amtes oder gänzliche Befreiung von der Last die
es ihm auferlegte.
Wir wissen nicht, ob der König, und in welcher Weise er
Williram für die Widmung dankte und seine Wünsche erfüllte: so
viel steht fest, dass Williram seines Postens weder enthoben noch zu
einem höheren befördert wurde und dass er Ebersberg noch anderthalb
Decennien bis zu seinem Tode, 5. Januar 1085, regierte. Er
liess nicht nach in seiner hausväterlichen Sorge für die anvertraute
Brüderschaft, ja aus dieser Zeit stammt das umfassende Denkmal
das er uns von derselben hinterlassen, das Traditionsbuch. Es bildete
nicht blos ein Denkmal für die Nachwelt, sondern ebensosehr und
noch mehr eine Erleichterung der Verwaltung deren Übersicht es
gewährte, ein Beweismittel gegen Anfeindungen Übelwollender und
Habgieriger, ein zur Nacheiferung spornendes Beispiel für die künftigen
Vorsteher der Abtei. Wir suchten die Methode nach der es
angelegt wurde bereits aufzuspüren und konnten ebenso die vor
Williram fallenden Anfänge bemerkbar machen, wie sich uns sein
eigenes Verdienst dabei ziemlich deutlich herausstellte. Nur die