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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Dacier  und  Romanen.

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dass  die  Dahae  am  kaspischen  Meere,  die  Geten  au  der  Donau
wohnten.  Dann  erhellt  es  klar  aus  dem  Zusammenhänge  des
Verses  mit  dem  übrigen  Gedichte,  dass  der  Dichter  hier  von
den  zwei  grössten  Barbarenvölkern  sprechen  wolle,  die  zu  J.  Casars
Zeit  den  römischen  Staat  beunruhigten,  und  gegen  die  der  grosse
Mann  die  Waffen  zu  ergreifen  im  Begriffe  stand;  die  Parther  im
Osten,  die  Dacier  im  Westen.  Die  ersteren  werden  aber  dichterisch ­
  Dahae,  die  letzteren  Getae  genannt.  Dies  ist  ein  überaus  gewöhnliches ­
  Verfahren  der  Dichter.  Was  aber  das  dritte  betrifft,  so
sträubt  sich  die  Quantität  Dähae  (Adat)  gegen  jeden  Tausch  für
Däci.  Es  wird  uns  keine  einzige  lateinische  Stelle  angezeigt  werden
können,  in  der  Daci  mit  kurzem  a  gebraucht  wird,  und  dies  müsste
doch  hier  der  Fall  sein,  um  dieser  Stelle  nicht  Gewalt  anzuthun  *)•
Dass  aber  in  unserem  Citate  Getae  —  Massagetae  stehe,  ist  eine
rein  willkürliche  Unterschiebung  zum  Zwecke  des  schwachen  Beweises; ­
  Parallelstellen  ,  die  es  durch  die  Analogie  wahrscheinlich  machen
würden,  fehlen.  Auch  die  Flexion  «t  für  die  Dahae,  oi  für  die  Daci
ist  mit  der  einzigen  Ausnahme  Herodots*)  consequent,  und  selbst
dessen  Aaai  bleibt  noch  vom  Aäot  der  Dacier  unterschieden.  Es  ist
daher  noch  immer  der  Beweis  anzutreten,  dass  ein  einzigesmal
Dahae  für  Daci  gebraucht  worden  und  auch  dann,  was  hei  der
Mangelhaftigkeit  gewisser  alter  Handschriften  denkbar  ist,  wäre
nichts  erwiesen  worden.  Dass  die  thracischen  Atoi  des  Thukydides
aber  hier  nicht  einzumengen  sind,  wie  Grimm  tliut,  bedarf  keiner
Versicherung.  Andere  Argumente  Grimms  leisten  nicht  mehr
Widerstand.  Denn  wer  weiss  etwas  darüber,  dass  der  „Name  des
östlichsten  germanischen  Volkes  (Gothen)  in  das  römische  Ohr  nur
lautverschoben  und  mit  dem  tiefen  statt  des  hellen  Vocals  drang,
und  dass  diese  bedeutende  Verschiedenheit  der  Klänge  in  Anschlag
gebracht  werden  dürfe,  um  zu  begreifen,  dass  die  Römer  nicht
darauf  verfielen,  solche  Gothen  an  die  ihnen  von  anderer  Seite  her
bekannten  Geten  zu  halten 8 ).“  Ebenso  kraftlos  ist  die  Äusserung,
die  Römer  seien  zur  Auffassung  der  Verwandtschaft  zwischen  Geten
und  Gothen  nicht  unterrichtet  genug  gewesen.  Die  zahlreichen  Ger-1)
  Bei  Strab.  Sil,  findet  sich  allerdings  Aäat  statt  Aaai.  Man  vgl.  Seneca
Oed.  472,  Thyest.  370.
2 )  I,  126,  Aaot  Mäpdot  u.  s.  w.
3 )  Gesch.  d.  d.  Sjir.  S.  179.
            
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