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Scherer
losigkeit und Barbarei, und Wackernage] vergleicht das Gedicht de
Heinrico mit seinem „höfischen“ Wechsel lateinischer und deutscher
Reimzeilen. Die Barbarei sei zugegeben, der Vergleich wenigstens
nicht abgelehnt, obschon jenes Gedicht zunächst wohl mit dem angelsächsischen
Phoenix zusammenzuhalten wäre, an dessen Schluss je
eine sächsische mit einer lateinischen Halbzeile durch Allitteration
gebunden wird. Aber lag es nicht am nächsten, die französischdeutsche
Sprachmengerei des siebzehnten Jahrhunderts herbeizuziehen
und dieselben Motive hier wie dort anzunehmen? Nur war der
Kreis nicht so ausgedehnt, in dem sie geherrscht haben wird, nur
litterarisch Gebildeten konnte das Latein so geläufig werden wie der
ganzen höheren Gesellschaft der späteren Zeit das Französische, doch
musste auch dort selbst den Ungebildeten manches Wort und manche
Wendung unwillkürlich anfliegen und haften bleiben: wer heute
Fremdwörter in sein Gespräch mischt, braucht nicht fremder Sprachen
mächtig zu sein. Allerdings jedoch setzt Williram mehr als solch
lateinisches Gemeingut bei seinen Lesern voraus. Er schreibt in dem
Jargon, worin die Geistlichkeit, der litterarisch gebildete König mit
ihnen, ihre Unterhaltung führt. Und die Barbarei fällt nicht ihm,
sondern seiner Zeit zur Last, oder strenger gesprochen, den allgemeinen
Lebensgesetzen: es würde einer weiter greifenden Ausführung
bedürfen, dass und weshalb privilegierte oder isolierte Gesellschaften
zur Ausbildung eines ihnen eigenen Jargons neigen. Im Grunde lässt
sich das von jedem geschlossenen Cirkel behaupten und nachweisen :
nur gewinnt selten ein solcher Kreis so gewaltige Ausdehnung und
Tritt so bedeutend und nach allen Seiten massgebend in den Vordergrund
der Weltgeschichte, wie das geistliche Reichsfürstentum des
elften und das weltliche des siebzehnten Jahrhunderts.
Das erstere konnte nach Sitte und bestehender Einrichtung sich
bei Einer Gelegenheit wenigstens dem Contacte mit allen anderen
socialen Schichten nicht entziehen: bei der Predigt; und das Leben
selbst zwang zu fortwährender Berührung mit dem weltlichen und nicht
lateinkundigen Adel. Der hohe Kirchenfürst der Zeit musste neben
seinem Jargon auch das reine Deutsch vollkommenin der Gewalthaben:
denn Predigt war seine Pflicht und glänzende Redekunst sein Ehrgeiz.
Der Schwung des Gedichtes, zu welchem die Begeisterung des Lehrvortrages
sich zuweilen erhob, strahlte in dem Glanze des heimischen
noch wurzelreichen Ausdruckes. Es hiess diesen Glanz überbieten