Leben Willirams, Abtes von Ebersberg; in Baiern.
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an das unruhige Geflatter der Angst vor dem nahenden Habicht
erinnerte? Aber leider steckt hinter dem Habicht der Satan, und „hae
columbae super rivulos resident, ut adventum accipitris a longe prospiciant
et praecaveant“, wie Haimo bemerkt.
Es ist auch nicht wahr, dass dem angeblichen doppelartigen
seiner Arbeit Willirams Sprachmischung entspreche, dass „wie seine
Gedanken zwischen irdischen Worten und himmlischen Vorstellungen
schweben, seine Sprache zwischen der des gewöhnlichen Lehens und
der kirchlicher Gelehrsamkeit unentschlossen hin und her irre“, dass
mithin „weniger eine Folge des Geschmackes als der Sache“ in dem
bunten Gewände erkannt werden müsse, worein Williram seine Prosa
kleidete. Solche Anschauungengehören, glaube ich, zu jenen, die
man als geistreich zu bezeichnen liebt: mir dienen sie nur als Belege
für die Richtigkeit des mephistophelischen Dictuins von der wichtigen
Function des Wortes, wo Begriffe fehlen, das auch mitunter auf
Litteraturgeschichtschreiber Anwendung findet, die sich von guten
Freunden auf dem Umschläge ihrer Bücher in eine Linie mit Jacob
Grimm stellen lassen.
Ebensowenig Verstand hat es, wenn gesagt wird, die Einmischung
lateinischer Wörter und Sätze in den deutschen Text bezeichne
die Übergangsstufe von der Interlinearversion zu selbständigen
Arbeiten.
Dagegen scheint mir richtig, dass Williram ein anderes Publicum
im Auge hielt als Notker, der ihm mit der Sprachmischung den
Weg gezeigt hatte (Goedeke Mittelalter S. 44). Konnten Notkers
Psalmen auch der Predigt dienen, so rief die wirkliche Verwendung
zu diesem Zwecke die Glossierung der (wie YY ackernagel vermutet)
zu Schulzwecken eingefügten lateinischen Worte oder die gänzliche
Umschreibung in reindeutsche Rede hervor. Aber unter allen den
zahlreichen Handschriften Willirams ist keine einzige mit einer
deutschen Glosse versehen worden. Das Publicum, für welches er
schrieb, bedurfte dessen nicht: er wollte nicht vorzugsweise der
Schule dienen und auch nicht der Belehrung und Erbauung des
Volkes, sondern seinen Standesgenossen, der hohen geistlichen Gesellschaft
jener Tage. Aber weshalb gefiel er sich in der Einmengung
lateinischer Wörter und Phrasen? „Er tat es um des Schmuckes und
gelehrten Prunkes willen“, meint Gervinus; „es war eine klösterlichgelehrte
Zierlichkeit“, Wackernagel. Beide sehen darin Geschmack-