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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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Sehe  r  e  r

Moment  hat  er  später  zu  bestimmtem  Zwecke  mit  Übertreibung  hervorgehoben. ­

Die  Bereicherung  des  heil.  Sebastian  batte  dem  seligen  Kaiser
nicht  sonderlich  am  Herzen  gelegen.  Er  schenkte  ihm  zwar  einmal
ein  ganzes  Gut  in  Österreich  ')  mit  Bauplätzen,  Grundstücken,  Wiesen, ­
  Weiden  und  Weinbergen  und  ein  ander  Mal  sechs  königliche
Mansen  in  einer  anderen  Gegend:  aber  dafür  enthielt  er  auch  dem
Kloster  zwei  Güter  von  mehr  als  zehn  Mansen  Umfang  vor,  welche
durch  Gräfin  Riehlint  zunächst  an  Graf  Ulrich  von  Krain  kamen,  aber
eigentlich  dem  heil.  Sebastian  zugedacht,  von  Ulrich  dem  Kaiser
widerrechtlich  übergeben  worden  waren.  In  seiner  Sterbestunde  erst
soll  Heinrich  der  Kaiserin  die  Zurückgabe  aufgetragen  haben,  welche
denn  auch  in  Form  einer  angemessenen  Entschädigung  vollzogen
wurde  (Conc.  10),  indem  zugleich  1058  eine  neue  Schenkung  von
vier  königlichen  Mausen  für  das  Seelenheil  des  Kaisers  erfolgte
(Sickel  Monum.  graph.  fase.  3  tab.  3;  vergl.  Trad.  97).
Das  Traurigste  für  Williram  muss  also  vielmehr  gewesen  sein,
dass  die  wahrscheinliche  Aussicht  auf  Beförderung  für  ihn  mit  dem
Tode  seines  Protectors  und  mit  der  Beseitigung  der  Kaiserin  Wittwe
verschwand.  Welche  Umstände  auch  immer  beigetragen  haben
mögen,  um  ihn  den  verschiedenen  nun  auf  einander  folgenden  Regierungen ­
  des  Reiches  nicht  angenehm  erscheinen  zu  lassen  —  walteten ­
  irgend  welche  specielle  Gründe  ob,  die  wir  nicht  mehr  zu  enthüllen ­
  vermögen?  reicht  die  Hinweisung  auf  den  Mangel  aller  Protection ­
  oder  auf  die  wieder  herrschend  gewordene  Simonie  zur  Erklärung ­
  aus?  —  er  blieb,  was  er  war,  Abt  in  Ebersberg  und  ein
armer  Abt,  ohne  Einfluss,  ohne  Rang  und  Ehre  in  der  Welt,  denn
der  kleine  Kreis  seiner  nächsten  Umgebung  war  für  diesen  Ehrbegierigen ­
  nicht  die  Welt.
Da  hat  er  sich  nun  gemüht  und  gestrebt,  auf  einem  bescheidenen
Platze  geduldig  ausgeharrt,  weil  er  ihn  als  die  Stufe  zu  einem
höheren  betrachtete,  hat  bedeutende  administrative  Gaben  entwickelt, ­
  die  ihn  für  jedes  wichtigere  Amt  empfahlen:  was  half  das

*)  In  dieser  topographischen  Angabe  traue  ich  der  Historia  Eberspergensis  -  welche
das  Lanthartesdorf  des  Cod.  tr.  97  durch  Landersdorff  in  Austria  wiedergibt.  Die
Originalurkunde  (Mon.  Bo.  29,  1.  i20)  von  lOoo.  in  Ehersherg  seihst  ausgestellt,
nennt  das  Gut  in  eoinitatu  Frideriei  cnmitis  situm.
            
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