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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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Schere  r

Lectionarium  und  ein  Matutinarium,  deren  grosse  Correctheit  die
diesem  Geschäfte  gewidmete  urkundliehe  Aufzeichnung  (Conc.  26)
hervorheht.  Auch  hier  wurde  die  Bezahlung  in  Weingärten,  sonst
gewiss  in  Barem  geleistet  >).
Williram  verschmähte  also  die  Verwertung  seiner  Kenntnisse,
seiner  höheren  Bildung  zu  einer  rein  handwerksmässigen  Tätigkeit
keineswegs,  hierin  allerdings  in  voller  Übereinstimmung  mit  dem  zu
seiner  Zeit  Üblichen  und  Gewöhnlichen.  Leicht  konnte  er  seine
Exemplare  in  den  Ruf  ganz  besonderer  Correctheit  bringen:  und
auch  an  Eleganz  der  Ausstattung  wird  er  es  nicht  haben  fehlen
lassen.  Dass  man  den  zeichnenden  Künsten  in  Ebersberg  einige
Bemühung  widmete,  bedingte  wohl  schon  die  Nachbarschaft  von
Tegernsee  und  Benedictbeuern.  Einem  Manuscript  seiner  Paraphrase
des  Hohenliedes,  vielleicht  dem  Dedications-Exemplare,  war,  wie  wir
aus  Menrad  Molthers  Ausgabe  desselben  erfahren,  eine  Zeichnung
beigegeben.  Und  das  gleiche  werde  ich  hei  näherer  Besprechung  der
Überlieferung  noch  für  eine  andere  Handschrift  der  Paraphrase  wahrscheinlich ­
  zu  machen  suchen.  Jene  stellte  den  Salomo  und  die  Kirche
dar,  diese  muss  eine  Beziehung  auf  Willirams  Epitaph  gehabt  haben,
neben  welchem  sie  sich  befand:  erhalten  ist  davon  nur  die  höchst
mangelhafte  Copie  eines  mit  dem  Nimbus  umgebenen  Kopfes.
Auch  unter  den  Geschenken  Heinrichs  III.,  deren  sich  Williram ­
  so  dankbar  erinnert,  mag  sich  neben  Kostbarkeiten  manchmal
Bargeld  befunden  haben.  Aber  in  einem  viel  umfassenderen  Sinne
hatte  er  Ursache,  der  kaiserlichen  Huld  sich  zu  freuen.
Niemals,  versichert  er,  sei  ihm  ein  Bote  mit  leeren  Händen  vom
Hofe  zurückgekehrt:  höher  als  alles  jedoch  habe  er  die  Gnade  geschätzt, ­
  mit  dem  Kaiser  persönlich  verkehren  zu  dürfen.
Nam  vacuis  manibus  numquam  rediit  mihi  missus:
Sed  plus  grata  mihi  gratia  colloquii.
Wir  müssen  ihn  demnach,  auch  nachdem  er  Abt  geworden  war,  am
Hofe  gerne  gesehen  und  wiederholt  anwesend  denken.
Doch  auch  so  fand  er  das  Leben  in  Ebersberg  nur  eben
erträglich.

Wiedemann  a.  0.  S.  91  erinnert  daran,  dass  1074  ein  Mönch  Ulrich  von  Benediclbeuern
  von  einem  Grafen  in  Bozen  für  ein  Messbuch  einen  Weinberg  und  das
Kloster  Baumburg  Holz  und  Wiesengründe  erhält:  Mon.  Boica  14,  230.
            
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