Leben Willirams, Abtes von Ebersberg in Baiern.
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Vogtwahl das seit 1040 der Abt von Ebersberg besass, dazu benützt
zu haben, um der doch vielleicht manchmal unbequemen Mitwirkung
des Vogtes bei vielen Geschäften sich zu entledigen. Wenigstens
interveniert Walther, der doch im Ganzen weit öfter erwähnt wird
als Gerold, nur bei Tauschverträgen (Tr. 8. 145. Conc. 15. 19. 21.
22), und auch da handelt er niemals selbständig, sondern nur als
Vermittler oder Figurant, neben welchem der Tätigkeit Willirams
in der Regel ausdrücklich gedacht wird. Nur einmal übernimmt
Walther eine Tradition (135), diese aber erfolgt durch die Hände
seines Bruders Engelbert, dürfte also die vorgetragene Ansicht
schwerlich zu entkräftigen geeignet, eher als ein vereinzelter, misslungener
und dann nicht wiederholter Versuch anzusehen sein. Unter
Rudpert treffen wir ihn allerdings wieder in dieser Function (123.
159), aber Williram empfängt selbst die Gewere (115. 116. 137.
151. 155).
Es dürften nicht viele Fälle einer so energischen Einschränkung
der Befugnisse des Vogtes von Seite des Abtes sich naclnveisen
lassen zu einer Zeit, wo umgekehrt fortwährende Bedrängungen der
Abte von Seite der Vögte auf der Tagesordnung standen.
Und wie vorsichtig hat Williram sich gehütet, Klostergut zu
Lehen auszutun und dadurch eine damals ganz gewöhnliche Form
der Klosterberaubung, wo nicht zu begünstigen, so doch zu ermöglichen.
Er wirft (Conc. 2) seinen Amtsvorgängern ineuria und
negligentia vor, weil sie ein Dorf, das mit zur frühesten Ausstattung
der Stiftskirche gehört hatte, ihr auf diesem Wege ganz abhanden
kommen Hessen. Und sein Nachfolger hatte sich selbst der gleichen
Schwäche anzuklagen (Tr. 9).
Kein geringeres Zeugniss für Willirams Befähigung zu der
Stelle, die er einnahm, erblicke ich in seinem Verhältnisse zu den
Weltpriestern der Nachbarschaft. Anfeindung und Eifersucht zwischen
Weltpriestern und München ist damals die Regel. Williram
sahen wir schon in freundlichen Beziehungen zu jenem Gunduni und
seiner Frau Hildegund. Wir finden ferner einen Cleriker Rudaker als
Wohltäter des Klosters (99), vier andere (10(1—102. 104) Verträge
abschliessend, von denen wir wohl voraussetzen dürfen, dass
sie nicht zum Nachteile des heil. Sebastian gereichten. Dieser
Umstand spricht eben so sein’ für Willirams Klugheit wie für sein
Geschick Menschen zu behandeln.
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