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• Sclierer
er sein Kloster zu setzen wusste, die Ordnung und Zucht, der
fromme Eifer, welcher im Inneren herrschte und den der Ruf verbreitete,
der Glanz von Tugend und Gelehrsamkeit, der sich an den
Namen des Abtes heftete, die etwaige Blüte einer Schule, die
Piinctlichkeit, mit welcher für die Wohltäter der Stiftung an ihren
Gedenktagen gebetet wurde, die gute Behandlung der Untergebenen
- das alles konnte sieh der Besitzvermehrung des Klosters höchst
förderlich erweisen.
Die Piinctlichkeit des Gebetes, welche meist nur Sorgfalt in der
Erfüllung eingegangener Verpflichtungen bedeutete, hieng von der
aufmerksamen Führung des Todtenbuches ab: wir haben Williram
nach dieser Seite hin schon beobachtet.
Ob er eine öffentliche Schule einrichtete, der er gewiss raschen
Aufschwung zu verleihen vermochte, wenn ihm daran gelegen war,
erfahren wir nicht. Adeliche oder ritterbürtige Knaben dem Kloster
übergehen, sollen nicht bloss gelehrt erzogen werden oder, was
damit zusammenfällt, in den geistlichen Stand treten, sondern das
Klosterleben selbst erscheint als ihre Bestimmung (7o—77. 120.
144). Williram wird es bei solchen Gelegenheiten, wenn ihm die
Frömmigkeit der Väter nicht ohnedies entgegen kam, an beweglichen
Schilderungen nicht haben fehlen lassen von der Armut des Klosters
das unmöglich noch mehr Personen ernähren könne: und so wurde
zur Ausstattung der Söhne, für Kleidung und Lebensunterhalt, eine
Schenkung von mindestens einem Mansus bedungen.
Dagegen finde ich nur zwei Fälle unter Williram verzeichnet,
welche doch im Ganzen nicht zu den Seltenheiten gehören, dass
Adeliche, ins Kloster tretend, demselben ihr gesammtes Besitztum
oder einen Teil desselben übergeben (92. 142).
Dem allgemeinen Ansehen des Klosters ist es auch zuzuschreiben,
wenn das Begräbniss in demselben und die Erwähnung im Gebete
der Brüder gewünscht wird und zu diesem Zwecke nicht wenige
Vergabungen geschehen, sei es, dass sie dem Geber selbst (107.
138. 132) oder seinen Verwandten (108. 127 Eheleute, 139 Geschwister)
zu Gute kommen sollen.
Hier dürfen wir uns oft wieder die Bemühung des Abtes, um
aus jeder günstigen Conjunctur Vorteil zu ziehen, eingreifend
denken. Gleichen Eifer zeigte er, wo es galt, die Rechte des Klosters
wahrzunehmen, wenn eigene Leute desselben starben (68. 88. 111)