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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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Schere  r

ihm  in  seinem  persönlichen  Verhalten  zu  den  Dingen  der  Gegensatz
sich  aufdrängte  zwischen  der  belebten  Gegenwart  von  Bamberg  und
der  todten  Vergangenheit,  in  der  man  zu  Ebersberg  sich  ergieng?
Höchstens  Ekberts  Regiment,  wäre  es  von  längerer  Dauer  gewesen, ­
  hätte  dem  Kloster  diesen  Charakter  des  Ruinen-  und  Greisenhaften ­
  abstreifen  und  die  Aufgabe  lösen  können,  welche  nun
Williram  Vorbehalten  blieb.  Williram  war  keine  schwärmerische,
nicht  einmal  eine  contemplative  Natur.  Das  anteilsvolle  Verweilen
auf  der  Vergangenheit  um  ihrer  selbst  willen,  lag  gewiss  nicht
in  seinem  Wesen.  Und  überdies  bedurfte  die  Gegenwart  und  der
engste  und  nächste  Kreis,  in  den  er  hineingestellt  war,  seine  volle
und  ungeteilte  Aufmerksamkeit.  Selbst  seine  litterarischen  Velleitäten
scheinen  vorerst  ganz  zurückgetreten  zu  sein  hinter  der  unablässigen
Sorge  und  Arbeit,  die  jeder  neue  Tag  herausforderte.
Ich  habe  den  Hintergrund  seines  Bewusstseins  zeichnen  wollen,
von  welehem  die  künftige  Tätigkeit  sich  abhob.  Wir  wissen  so
wenig  von  Williram,  dass  die  teilweise  Reconstruction  seines  mutmasslichen ­
  Gesichtskreises  wohl  erlaubt  scheinen  durfte.
Die  Lage  von  Ebersberg  wird  nach  verschiedenen  Seiten  hin
nicht  blühend  und  glänzend  gewesen  sein.  Wie  uns  Ekbert  geschildert ­
  wird,  als  ein  durchgreifender  strenger  Herr,  und  wie  wir  ihn
versetzt  sehen  von  Kloster  zu  Kloster,  scheint  er  einer  jener  Zuchtmeister, ­
  deren  Einsetzung  einer  Congregation  nicht  gerade  das
Zeugniss  ausstellt,  dass  sie  sich  der  Regel  des  heil.  Benedictus  sehr
conform  gehalten  habe.  Auch  in  diese  Function  trat  Ekberts  Nachfolger ­
  ein,  wir  zweifeln  nicht,  dass  er  bald  an  das  erwünschte  Ziel
gelangte,  wenn  wir  auch  aller  directen  Zeugnisse  darüber  entbehren.
Viel  misslicher  und  schwerer  zu  überwinden  und  zu  verbessern
war  die  materielle  Lage  des,  an  dem  Massstabe  von  Fulda  oder  Bamberg ­
  gemessen,  äusserst  armen  und  dürftigen  Klosters.
Gleich  der  Gründung  lag  auch  das  Wachstum  von  Ebersberg
ein  Jahrhundert  lang  fast  ausschliesslich  in  den  Händen  der  Ebersberger ­
  Grafenfamilie.  Der  Freigebigkeit  Anderer  verdankte  es  während ­
  derselben  Zeit,  nach  einer  ungefähren  Berechnung,  kaum  viel
mehr  als  fünfzehn  Mansen.  Dieser  bleibende  Rückhalt  und  die  sichere
Förderung,  welche  er  gewährte,  verschwand  mit  dem  Jahre  104ä.
Ein  einziges  constantes  Verhältniss  kam,  als  Erbschaft  der  Grafen  von
Ebersberg  gleichsam,  auf  ihre  Stiftung:  das  Verhältniss  zu  dem  Priester
            
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