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wunderbaren Welten, welche die einsame Betrachtung eröffnet, sich
zurückzuziehen, hat er zu allen Zeiten seine Armut als einen wesentlichen
Nachteil und mit äusserstem Unbehagen empfunden.
Dagegen besass er einen Geist klarer Übersicht und Ordnung,
der sich schon in seinem Stil ausprägt, eine gewisse reguläre Anlage,
welche mit bedeutender Begabung für die Administration verbunden
zu sein pflegt.
Umsicht und Geschäftskenntniss, die Fälligkeit, in einen umfänglichen
Verwaltungsorganismus einzugreifen oder ihn zu leiten, ist die
Signatur der Kirchenfürsten jener Zeit: nicht viele alter besassen
daneben die formelle Bildung, welche ihnen literarische Tätigkeit
nahegelegt haben würde. Das besorgten untergeordnetere Geister in
ihrer Nähe, welche von dem Glanze ihres Ruhmes bestrahlt, diesen
auf nachkommende Geschlechter zu überliefern strebten. Die Bernward,
Meinwerk, Godehard, Anno waren würdige Objecte der Schriftstellerei,
nicht aber selbst Schriftsteller: dagegen haben es ein Lambert
von Hersfeld, ein Otloh von Regensburg nicht zu höheren geistlichen
Würden gebracht; über die Leitung einer Kloster- oder Domschule
wird der Ehrgeiz von ihres gleichen nicht hinausgegangen sein.
Williram vereinigt die getrennten Richtungen. Aber vielleicht
wäre auch er niemals zum Schriftsteller von Beruf geworden, hätte
ihn ein günstigeres Geschick zu höheren und einflussreicheren Stellen,
zu einer weiter greifenden Wirksamkeit im Staate berufen.
Wir wissen nicht, ob sich ihm bestimmte Aussichten solcher
Art jemals eröflheten. Möglich, dass ihn Kaiser Heinrich III., ehe er
ihm Ebersberg verlieb, in seine Kanzlei gezogen hatte. Wenigstens
war das der gewöhnliche Weg, durch den man zu jener Zeit emporgelangte,
und die Freundlichkeit, welche ihm der Kaiser bewies und
die er später dem Sohne gegenüber so laut rühmte, muss doch wohl
auf genauerer persönlicher Bekanntschaft beruht haben. Wenn Heinrich
III. wirklich das freie Wahlrecht der Ebersberger Mönche um
Willirams willen verletzte, oder sich die Mühe nahm, zu seinen Gunsten
auf sie einwirken zu lassen: so muss er ihm irgendwie bereits
wert geworden sein und er gewisse Hoffnungen auf ihn gesetzt
haben: war die Verwaltung von Ebersberg vielleicht das Probestück,
das er ablegen sollte, ehe ihm grösseres anvertraut wurde?
Ich weiss nicht, ob sieb neben Williram und dem Hersfelder
Ekberl auch sonst noch um die Mitte des 11. Jahrhunderts frän-