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R o e s I e r
Horwäth 1 ). Dieser erklärte, unbeschadet der unausfüllbaren Kluft
von zehn Jahrhunderten, die Jazygen des Alterthums für die Väter
der neueren. Dann erschienen ihm die königlichen Scythen
ßaadr/ioi als Rumänen und als die Väter der römischen Jazygen.
Darauf zögert er nicht mehr die Chaoner Illyriens auch zu Rumänen
zu machen, die Mauren müssen gleichfalls Jazygen sein, denn beide
Namen bedeuten dasselbe. Nun wird es noch seltsamer. Die Jazygen
sind Jassier, diese Dacier, die Dacier Geten, die Geten Gothen, die
Gothen Parther, also nach einfacher Schlussform die Jazygen,
Parther. Jetzt ist das Räthsel gelöst, wir sind in Asien; da gibt es
mehr Völker als in Europa, also auch mehr Verwandtschaften. Doch
wir verlassen den Verfasser auf seiner asiatischen Völkerreise und hören
von ihm noch einige Bemerkungen aus Europa. Horwäth’s Eifer entbrennt,
dass der Name Magdeburg, altd. Magathaburg, lat. Parthenopolis,
von unwissenden Menschen von näp^svog Jungfrau, Magd,
und nicht von den Parthern, d. i. den Jazygern abgeleitet werde;
denn gemäss dieser Ableitung sind ja Jazygen dort gewesen und
Jazygen müssen überall sein. Nun ist St. Horwäth in einiger
Unsicherheit, ob er auch in den Sachsen die Rumänen, d. i. die
Hunnen, also magyarische Verwandte erkennen solle, aber dass
Nordeuropa überhaupt von den Rumänen bewohnt worden, ist
unzweifelhaft: sie wohnen bei Rönigsberg, die Waräger sind nichts
anderes. Ist es ein Wunder, da er auch in den Ranaanäern die
Jazygen und Rumänen findet? Ja er ahnt es, die Etrusker seien die
ungarischen Palotzen. Aber da er nicht in der Lage ist, darüber Gewissheit
zu erlangen, schreitet er zu den Joniern (ldoveg), diese
sind Jassen, Jazygen, die alten Pelasger reden plötzlich palotzisch,
d. i. magyarisch. Dies alles und hundert ähnliche Dinge stehen nicht
so nackt in Horwäth’s Abhandlung; sie ist mit grosser Belesenheit
abgefasst, aber wer könnte nur daran denken, dagegen im Ernste
anzukämpfen! Dessen ungeachtet fand dies ungarische Phantasiegemälde
auf ethnographischem Grunde auch in Deutschland eine
Stimme des Beifalls und nur darum auch darf der Erwähnung desselben
hier eine Stelle gewidmet werden. Jener Anhänger Horwäth’s
behauptete 2 ), dieser ungarische Gelehrte „habe sich dadurch nicht nur
D In Mailaths Gesch. der Ungarn, Bd. II.
2 ) In Erscli u. Grubers Encyclop. Art. Jazygen; vgl. dagegen Safafik Slav.
Alt. I, 344.