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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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R  o  e  s  I  e  r

Horwäth 1 ).  Dieser  erklärte,  unbeschadet  der  unausfüllbaren  Kluft
von  zehn  Jahrhunderten,  die  Jazygen  des  Alterthums  für  die  Väter
der  neueren.  Dann  erschienen  ihm  die  königlichen  Scythen
ßaadr/ioi  als  Rumänen  und  als  die  Väter  der  römischen  Jazygen.
Darauf  zögert  er  nicht  mehr  die  Chaoner  Illyriens  auch  zu  Rumänen
zu  machen,  die  Mauren  müssen  gleichfalls  Jazygen  sein,  denn  beide
Namen  bedeuten  dasselbe.  Nun  wird  es  noch  seltsamer.  Die  Jazygen
sind  Jassier,  diese  Dacier,  die  Dacier  Geten,  die  Geten  Gothen,  die
Gothen  Parther,  also  nach  einfacher  Schlussform  die  Jazygen,
Parther.  Jetzt  ist  das  Räthsel  gelöst,  wir  sind  in  Asien;  da  gibt  es
mehr  Völker  als  in  Europa,  also  auch  mehr  Verwandtschaften.  Doch
wir  verlassen  den  Verfasser  auf  seiner  asiatischen  Völkerreise  und  hören
von  ihm  noch  einige  Bemerkungen  aus  Europa.  Horwäth’s  Eifer  entbrennt, ­
  dass  der  Name  Magdeburg,  altd.  Magathaburg,  lat.  Parthenopolis,
  von  unwissenden  Menschen  von  näp^svog  Jungfrau,  Magd,
und  nicht  von  den  Parthern,  d.  i.  den  Jazygern  abgeleitet  werde;
denn  gemäss  dieser  Ableitung  sind  ja  Jazygen  dort  gewesen  und
Jazygen  müssen  überall  sein.  Nun  ist  St.  Horwäth  in  einiger
Unsicherheit,  ob  er  auch  in  den  Sachsen  die  Rumänen,  d.  i.  die
Hunnen,  also  magyarische  Verwandte  erkennen  solle,  aber  dass
Nordeuropa  überhaupt  von  den  Rumänen  bewohnt  worden,  ist
unzweifelhaft:  sie  wohnen  bei  Rönigsberg,  die  Waräger  sind  nichts
anderes.  Ist  es  ein  Wunder,  da  er  auch  in  den  Ranaanäern  die
Jazygen  und  Rumänen  findet?  Ja  er  ahnt  es,  die  Etrusker  seien  die
ungarischen  Palotzen.  Aber  da  er  nicht  in  der  Lage  ist,  darüber  Gewissheit ­
  zu  erlangen,  schreitet  er  zu  den  Joniern  (ldoveg),  diese
sind  Jassen,  Jazygen,  die  alten  Pelasger  reden  plötzlich  palotzisch,
d.  i.  magyarisch.  Dies  alles  und  hundert  ähnliche  Dinge  stehen  nicht
so  nackt  in  Horwäth’s  Abhandlung;  sie  ist  mit  grosser  Belesenheit
abgefasst,  aber  wer  könnte  nur  daran  denken,  dagegen  im  Ernste
anzukämpfen!  Dessen  ungeachtet  fand  dies  ungarische  Phantasiegemälde ­
  auf  ethnographischem  Grunde  auch  in  Deutschland  eine
Stimme  des  Beifalls  und  nur  darum  auch  darf  der  Erwähnung  desselben ­
  hier  eine  Stelle  gewidmet  werden.  Jener  Anhänger  Horwäth’s
behauptete 2 ),  dieser  ungarische  Gelehrte  „habe  sich  dadurch  nicht  nur
D  In  Mailaths  Gesch.  der  Ungarn,  Bd.  II.
2 )  In  Erscli  u.  Grubers  Encyclop.  Art.  Jazygen;  vgl.  dagegen  Safafik  Slav.
Alt.  I,  344.
            
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