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Schere r
Dieselben beziehen sich auf 1 Reg. 13, I: Filius unius anni erat
Saul, cum regnare coepisset, duobus autem annis regnavit super
Israel. Die Stelle steht in der Vulgata wunderlich genug da: Willirams
Verse sollen eine Erklärung geben. Aber wird jemand ohne besondere
Veranlassung eine für sich so gar nichts bedeutende Lösung
einer Schwierigkeit des Verständnisses, wäre sie auch ebenso richtig
wie die vorliegende misslungen, zu einem Gedicht verarbeiten? Die
Sache ist so unbedeutend, dass sie auch für den Dichter selbst nur
durch besondere Umstände Bedeutung gewinnen konnte. Man denkt
leicht an einen gelehrten Streit, bei welchem Willirams Ansicht
in glänzender Weise siegte und so sich ein Recht auf dieses
Denkmal erwarb. Oder vielleicht wusste er gar in der Discussion
selbst seine Meinung gleich in den mitgeteilten Versen zu
formulieren, und sein versificatorisches Talent erntete gerechten
Beifall.
Die Bücher der Könige scheinen Williram ziemlich angelegentlich
beschäftigt zu haben, und wäre es nicht ein verdienstliches
Werk gewesen, sie seinen Zeitgenossen ausgestattet mit dem poetischen
Schmucke, der sie in ihren Augen erhöhen konnte, recht
lebendig vorzuführen und nahe zu bringen? Wir wissen nicht ob
Williram etwas ähnliches beabsichtigte: es hätte der damals noch
weltlicheren Richtung des Dichters wie seines geistlichen Publicums
sehr wohl angestanden.
Alle drei Themen, die er zur Behandlung herausgriff, hat er mit
den entsprechenden Abschnitten der Bücher der Chronik comhiniert,
einmal auch Nachrichten des Josephus herbeigezogen.
In seiner Erzählung von der Einnahme Jerusalems durch David
sind einzelne Wendungen den classischen Poeten abgelernt: wenn
auch ohne eigentliche Nachahmung: kurz und knapp, aber anschaulich,
lebendig und frisch führt er uns den Verlauf des Ereignisses
vor.
Die Unterwerfung der Moabiten und Ammoniten durch denselben
David versiebt er etwas reichlicher als er sonst gewohnt, mit
eigenen Zusätzen. Wenn es im Texte heisst „factusque est Moab
David serviens sub tributo“, so drängen sich dabei der Vorstellung
des Dichters analoge Verhältnisse seiner Zeit und Umgebung mit
ihrem ganzen Detail auf: David erscheint ihm wie ein reicher Landbesitzer,
der seine Grundstücke an Zinsbauern verteilt, und er denkt