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H o e s 1 e r
noch lange fort. Am linken Ufer aber wie in dem Donaumündungslande
fand eine bedeutende Mischung getischen Blutes mit sarmatischem
und scythischem Statt, und der getische Name verlor sich
allmählich in den zahlreicheren anderen Elementen. Die dacische
Bevölkerung wurde durch den doppelten Krieg Trajans geschwächt,
zahlreiches Volk mochte in die Sklaverei wandern, um der Neubevölkerung
Platz zu machen und die Ausgewanderten unter den
ferneren Nachbarn bald ein namenloses Dasein weiter leben. An diesem
Vorgänge gibt es nichts Unerklärliches und nichts, das nicht
hundertmal in der Weltgeschichte vorkam, zu wiederholten Malen
gerade in jenen Gegenden sich ereignete, wo die Donaumündungen
die Grenze des ungeheueren Nordosteuropa berühren. Hunnen und
Avaren, Chazaren, Petsclienegen, Usen u. s. w. traten hier auf, kamen
und giengen, erschienen und verschwanden, und es blieb
keine Spur von ihren Pfaden.
Und die ähnlichen Namen an derselben Stelle? Bei genauerem
Einblick in die Ethnographie würden sich viele solcher Zufallsspiele
darbieten. Auch in unseren Gegenden. Ich hebe beispielsweise eines
davon heraus: Die Jazyges der Römer und die Jazygen des heutigen
Ungarns. Die ersteren, welche ein sarmatisches Volk sind, alteinheimisch
wie es scheint, an den Ufern des asowschen Meeres, Feinde
des mit ihnen oft verwechselten scythischen Volkes, erscheinen im
1. Jahrhundert v. Chr. an der unteren Donau und erhöhen die Buntheit
der barbarischen Musterkarte im feuchten Delta dieses Stromes.
Doch auch andere Gegenden erscheinen von ihnen bewohnt. Über
die Karpaten niedersteigend, lassen sie sich rechts von den Quaden
nieder zwischen Donau, Theiss und dem Gebirge, das sie hinter sich
gelassen, und da sie Auswanderer waren, nannte man sie Jazyges
Metanastae (MsTavaazai) oder Auswanderer schlechthin. Weil sie
aber sarmatischen Stammes waren, hiessen sie auch Sarmaten. Ein
streitbares Reitervolk, haben sie die Eigenthümlichkeiten, die ein
solches Kriegswesen mit sich bringt. Im Anschlüsse an die Quaden
bilden die Jazygen eine nicht verächtliche Kriegsmacht. Dennoch
war Decebalus imstande, ihnen einen Theil ihres Besitzes zu entreissen
und Trajanus, der sie als gefährlich kannte, hütete sich ihnen
das Entrissene zurückzustellen Später stets Feinde der Römer,
1 ) Dio Cass. 78, il.