Leben Willirams, Abtes von Ebersberg in ßaiern. 241
Ergänzungen und Fortsetzungen wohl ebenso gehalten haben, wie er
es später hielt, nachdem seine eigene Redaction vorlag.
Indess, entscheidende Argumente sind auch diese nicht, und
schwerlich wird es gelingen, solche aufzutreiben. Mit grösserer
Sicherheit lassen sich gewisse Beobachtungen im Einzelnen hinstellen.
Die Anordnung ist keine reinchronologische. Das gilt, abgesehen
von einzelnen ohne Zweifel zufälligen Verstössen, hauptsächlich
von dem Princip derselben. Die Vergleichung mit dem Necrologium
hat ganze zusammengehörige Gruppen ergeben. Darnach müssen
Listen der verstorbenen Wohltäter des Klosters geführt worden sein,
deren natürliches Anordnungsprincip .aber die chronologische Folge
der Todestage war, und an diesem Faden sind gruppenweise die
Traditionen aufgereiht. Besonders merkwürdig und lehrreich stellt sich
die erste derartige Gruppe dar: Tr. 27—37. Hier haben sich mancherlei
Anwüchse an den ursprünglichen Kern gesetzt, aber dieser
gibt sich leicht zu erkennen durch die eigentümliche streng festgehaltene
Form einer Aufforderung zum Gebete für die abgeschiedenen
Seelen der Wohltäter, an deren Nennung sich dann die Specialisierung
der Tradition mit den Zeugennamen schliesst, wie sonst.
Aus diesen Gesichtspuncten darf man die Nrn. 27. 31. 34. 37 für hinzugesetzt
halten. Und was den Rest anlangt, so scheint allerdings eine
relativ alte Tradition (des Propstes Günther) an die Spitze und die
relativ jüngste an den Schluss der Gruppe zu stehen gekommen zu
sein: denn der Zeuge Eberaro von Witingen, welcher in der letzteren
figuriert, erscheint sonst nur in AbtEkberts und Willirams Zeit, Tr. 61.
69. 70. 72. 79. 81. 103; der Zeuge Into (Juto?) de Puocha unter
Williram, Tr.74.104; Adelhart von Sprinchinbach desgleichen, wenn
er mit dem Adalhart de Spincbaeh, Tr. 1 SO, eine Person ist. Der Ausdruck
„nos tune temporis inopes praediis satis laetificavit“ , der von
dem Geber gebraucht wird, scheint zweierlei anzudeuten: dass die
Schenkung noch vor der grossen Bereicherung des Klosters durch
das Aussterben der Ebersberger Grafen geschah und dass sie früher
als zu Willirams Zeit hier aufgezeichnet wurde, der noch viel später
seine Abtei für äusserst arm erklärte. Und vielleicht wird man am
richtigsten dem Abte Ekbert diese Aufzeichnung und die Redaction
der ganzen Partie zuschreihen, von dem wir erfahren (Chron. Tegerns.
bei Pez tlies. 3, 3, Sil), dass er humanarum rerum et gloriaecupidus,
Sitzb. <1. phil.-bist. CI. UII. ßtl. I. Hft. 16
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