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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Leben  Willirams,  Abtes  von  Ebersberg  in  ßaiern.  241
Ergänzungen  und  Fortsetzungen  wohl  ebenso  gehalten  haben,  wie  er
es  später  hielt,  nachdem  seine  eigene  Redaction  vorlag.
Indess,  entscheidende  Argumente  sind  auch  diese  nicht,  und
schwerlich  wird  es  gelingen,  solche  aufzutreiben.  Mit  grösserer
Sicherheit  lassen  sich  gewisse  Beobachtungen  im  Einzelnen  hinstellen. ­

Die  Anordnung  ist  keine  reinchronologische.  Das  gilt,  abgesehen ­
  von  einzelnen  ohne  Zweifel  zufälligen  Verstössen,  hauptsächlich ­
  von  dem  Princip  derselben.  Die  Vergleichung  mit  dem  Necrologium
  hat  ganze  zusammengehörige  Gruppen  ergeben.  Darnach  müssen
Listen  der  verstorbenen  Wohltäter  des  Klosters  geführt  worden  sein,
deren  natürliches  Anordnungsprincip  .aber  die  chronologische  Folge
der  Todestage  war,  und  an  diesem  Faden  sind  gruppenweise  die
Traditionen  aufgereiht.  Besonders  merkwürdig  und  lehrreich  stellt  sich
die  erste  derartige  Gruppe  dar:  Tr.  27—37.  Hier  haben  sich  mancherlei ­
  Anwüchse  an  den  ursprünglichen  Kern  gesetzt,  aber  dieser
gibt  sich  leicht  zu  erkennen  durch  die  eigentümliche  streng  festgehaltene ­
  Form  einer  Aufforderung  zum  Gebete  für  die  abgeschiedenen ­
  Seelen  der  Wohltäter,  an  deren  Nennung  sich  dann  die  Specialisierung
  der  Tradition  mit  den  Zeugennamen  schliesst,  wie  sonst.
Aus  diesen  Gesichtspuncten  darf  man  die  Nrn.  27.  31.  34.  37  für  hinzugesetzt ­
  halten.  Und  was  den  Rest  anlangt,  so  scheint  allerdings  eine
relativ  alte  Tradition  (des  Propstes  Günther)  an  die  Spitze  und  die
relativ  jüngste  an  den  Schluss  der  Gruppe  zu  stehen  gekommen  zu
sein:  denn  der  Zeuge  Eberaro  von  Witingen,  welcher  in  der  letzteren
figuriert,  erscheint  sonst  nur  in  AbtEkberts  und  Willirams  Zeit,  Tr.  61.
69.  70.  72.  79.  81.  103;  der  Zeuge  Into  (Juto?)  de  Puocha  unter
Williram,  Tr.74.104;  Adelhart  von  Sprinchinbach  desgleichen,  wenn
er  mit  dem  Adalhart  de  Spincbaeh,  Tr.  1  SO,  eine  Person  ist.  Der  Ausdruck ­
  „nos  tune  temporis  inopes  praediis  satis  laetificavit“  ,  der  von
dem  Geber  gebraucht  wird,  scheint  zweierlei  anzudeuten:  dass  die
Schenkung  noch  vor  der  grossen  Bereicherung  des  Klosters  durch
das  Aussterben  der  Ebersberger  Grafen  geschah  und  dass  sie  früher
als  zu  Willirams  Zeit  hier  aufgezeichnet  wurde,  der  noch  viel  später
seine  Abtei  für  äusserst  arm  erklärte.  Und  vielleicht  wird  man  am
richtigsten  dem  Abte  Ekbert  diese  Aufzeichnung  und  die  Redaction
der  ganzen  Partie  zuschreihen,  von  dem  wir  erfahren  (Chron.  Tegerns.
bei  Pez  tlies.  3,  3,  Sil),  dass  er  humanarum  rerum  et  gloriaecupidus,
Sitzb.  <1.  phil.-bist.  CI.  UII.  ßtl.  I.  Hft.  16

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