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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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Scherer

derselbe  wäre  wie  der  eben  erwähnte  Ulrich,  so  wäre  Verschwägerung ­
  der  beiden  Familien  und  dass  die  Chuniza  einem  Steinhart  vermählt ­
  gewesen  sei,  anzunehmen.
Abgesehen  von  den  vorstehenden  Erörterungen,  welche  Williram
von  einer  aufgedrungenen  Verwandtschaft  befreien  sollten,  so  halten
wir  fest,  dass  die  Nrn.  1  —  14  dem  eigentlichen  Traditionsbuche  das
Nr.  IS  mit  einer  Vorrede  beginnt,  nur  vorgeschoben  seien.
Zu  einer  weiteren  Scheidung  verhilft  uns  die  Unterbrechung
des  Cod.  trad.  durch  den  Lib.  concamb.  vor  Nr.  122  oder  123.  Die
Traditionen  IS  —  122  und  die  Concambien  1  —  IS  machen  ein
durch  mehr  oder  minder  einheitliche  Redaction  zu  Stande  gekommenes
Buch  aus,  dessen  Abschluss  unter  Williram  keinem  Zweifel  unterliegt.
Wenn  ich  mir  nach  Oefeles  Angaben  eine  richtige  Vorstellung  mache,
so  schlossen  sich  in  der  Vorlage,  aus  welcher  die  uns  erhaltene
Abschrift  des  ganzen  Cod.  trad.  und  Lib.  conc.  geflossen  ist,  die
Concambien  unmittelbar  an  die  Traditionen,  so  dass  nur  jene  durch
weitere  Eintragungen  fortgesetzt  werden  konnten.  Die  ferneren
Traditionen  mögen  auf  einzelnen  zum  Teil  gehefteten  Blättern  beigegeben ­
  worden  sein.  So  erklärt  es  sich  wie  die  Williramschen  und
Rudpertschen  Traditionen  in  einander  gewirrt  wurden;  herausgefallene ­
  Blätter  waren,  wofern  nicht  verloren,  vorne  eingelegt.
Zu  dem  ursprünglichen  einheitlichen  Traditionsbuch  ist  die  Vorrede ­
  geschrieben.  Ich  halte  Williram  für  ihren  Verfasser  und  ihn  mithin ­
  für  den  Veranstalter  der  Sammlung,  der  die  Scheidung  von  Traditionen ­
  und  Concambien  vornahm  und  Alles  in  die  Ordnung  brachte,
in  der  Avir  es  sehen.  Auf  die  selbständige  theologische  Gelehrsamkeit ­
  die  sich  in  dem  Vergleich  der  Gründung  Kloster  Ebersbergs  mit
den  lapidibus  in  titulum  erectis  des  Patriarchen  Jacob  (Genesis  28,
18.  31,  45)  kundgibt  und  dass  Williram  in  der  Paraphrase  des
HL.  XXIX,  18  Hoffin.  sich  desselben  Vergleiches  in  anderem  Sinne
bedient,  darauf  will  ich  nicht  allzu  grosses  GeAvicht  legen.  Auch
spielt  er  in  der  Paraphrase  bestimmt  auf  die  Stelle  Genes.  31,  45  an,
in  der  Vorrede  schAvebt  ihm  eher  Genes.  28,  18  vor:  avo  Jacob  den
Stein,  auf  Avelchem  er  geträumt,  als  Mal  setzt,  ihn  Gotteshaus  nennt
und  den  Zehnten  verspricht.
Aber  allerdings  kommt  zu  envägen,  dass  sich  keine  Gründe
finden,  Av r elche  eine  frühere  Gesammtredaction  wahrscheinlich  machen.
Und  hätte  eine  solche  Vorgelegen,  so  Aviirde  es  Williram  mit  seinen
            
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