Lehen Willirams, Abtes von Ehersherg - in ßaiern.
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Brunners zweiter Teil erschien 1629, also viele Jahre vor dem Buche
des Jesuiten Widel, worin nach Ocfeles Angabe allerdings die Eherjagd
gleichfalls sich besonderer Auszeichnung zu erfreuen hatte.
Der Chronist hat ausserdem eine unbedeutende alberne Fabelei
in den Kreis der Ebersberger Gründungssage mit einbezogen, welche
ursprünglich gewiss nichts damit zu tun hatte. Er schliesst sie
unmittelbar an die Prophezeiung Konrads: Ipso tempore aliqui de
Argentina urbe venientes similem a Gebehardo ibidem incluso prophetiam
acceptam de provehendo. loco retulerunt. In signum haec credendi
praedixit in nemore singuläres deficere, quod sub Uodalrico
nepote suo contigit per nivem maximam. Bei dem grossen Schnee zu
Ulrichs Zeit werden auch noch andere Tiere zu Grunde gegangen
sein, hei welchen ein ähnlicher Rückschluss nicht gemacht wurde.
Das Stift bewahrte die Reliquien dieses Gebhard, wie wir aus der handschriftlichen
Historia Eberspergensis erfahren. Wie die Bedeutung
jenes Konrad für den Burgbau den — leicht erfüllbaren und in der
Tat laut der Historia erfüllten — Wunsch nahe legte, seine Geheine
zu besitzen, so wird hier umgekehrt der Besitz der Reliquien zu der
Verflechtung mit der Localgeschichte geführt haben.
Noch hei einer anderen Sagenbildung wirkten die Reliquien des
Klosters mit, hei der von der Einweihung der Ebersberger Kirche.
Der Umstand, dass nicht der Freisinger Bischof, sondern der Salzburger
Erzbischof dieselbe vorgenommen, dessen wahre Gründe man
vergessen hatte (vergl. Cod. trad. 19), riefeinen Erklärungsversuch
hervor, zu welchem die Treue Graf Ulrichs (unter welchem die
Einweihung geschah) gegen den Kaiser in der Rebellion Herzog
Heinrichs des Zänkers und Bischof Abrahams von Freising (974)
das Material, eine Traumerscheinung des im Reliquienvorrat gleichfalls
vertretenen h. Maternus die entscheidende Form hergab.
Wer will es wagen, die psychologischen Vorgänge in den ersten
Erzählern solcher Geschichten aufzudecken? Wer bestimmen, wie
sich Lüge mit Irrtum, Irrtum mit den selbständigen Gebilden der
Phantasie dabei vermischte? Eine zusammenhängende Untersuchung
der christlichen Sage des Mittelalters, die man meist nur auf Wahrheit
und Unwahrheit, sogar auf Möglichkeit und Unmöglichkeit hin
anzusehen pflegt, würde hier gewiss bei dem massenhaft vorliegenden
Material zu festeren Scheidungen und Begrenzungen gelangen. Sie
würde die verschiedenen Auffassungsformen analysieren, welche in