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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Lehen  Willirams,  Abtes  von  Ebersberg  in  Baiern.

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Eine  ähnliche  Pointe  muss  in  der  Tat  die  Erzählung  abgeschlossen
haben  und  wäre  höchst  passend  für  ein  deutsches  Lied  des  zehnten
Jahrhunderts.  Wie,  oder  handelte  es  sich  hier  nicht  um  ein  Lied?
Ich  denke,  diese  Willibirg,  eigens  nur  zu  dem  Zwecke  eingefülirt,
damit  ihr  eine  Schlusspointe  in  den  Mund  gelegt  werde,  redet  doch
deutlich  genug  für  jeden,  der  solche  Andeutungen  versteht.
Wir  befinden  uns  hier  auf  unsicherem  Boden  und  kaum  wage
ich  weitere  Vermutungen.  Dennoch  kann  ich  mich  nicht  entscliliessen,
die  sich  aufdrängenden  zu  verschweigen.  Wie  kommen  König  Heinrich ­
  und  Otto  zusammen?  Nannte  das  Lied  nur  die  Namen,  welche
erst  der  geschichtsunkundige  Chronist  auf  Vater  und  Sohn  bezog?
Dann  dürfen  wir  ihnen  vielleicht  die  Beziehung  auf  die  Brüder  geben,
welche  auch  ein  anderes  deutsches  Lied  gemeinsam  verherrlicht.
Herzog  Heinrich  von  Baiern  war  allerdings  bei  der  Schlacht  auf  dem
Lechfelde  nicht  anwesend:  aber  ein  nicht  genau  unterrichteter  baierischer
  Sänger  konnte  seine  Anwesenheit  leicht  als  selbstverständlich
voraussetzen.  Ja  vielleicht  erwähnte  das  Lied  ihn  gar  nicht  bei  der
Schlacht,  sondern  nur,  dass  zu  ihm  und  Otto  die  Gefangenen  transportiert ­
  wurden.
Der  ganzen  Partie,  welche  die  Schlacht  am  Lechfelde  voraussetzt, ­
  glaubt  man-die  Unmittelbarkeit,  welche  den  eben  erhaltenen
Eindruck  frisch  wiedergibt,  von  vorneherein  anzusehen.  Und  wir
dürfen  wohl  eine  Fortsetzung  darin  erkennen,  welche  in  der  ersten
Siegesfreude  einem  älteren  Liede  von  der  Gründung  Ebersbergs  augeheftet ­
  wurde.  Die  Sage  und  das  verwandelnde  Gerücht  haben  noch
nicht  gespielt  mit  dem  Stoffe.  Wie  historisch  exact  wird  erzählt,  dass
der  König,  ein  Feldherr  und  andere  Ungarn  gegen  Ebersberg  gebracht,
jene  nach  Regensburg  ausgeliefert,  diese  in  Ebersberg  selbst  getödtet
seien!  Eine  längere  Zeit  dazwischen  hätte  aus  jenen  beiden  zwei
Brüder  vielleicht  gemacht  und  ganz  gewiss  gerade  sie,  die  vornehmsten, ­
  vor  Ebersberg  bluten  lassen.
Damit  aber  nichts  zur  Bestätigung  fehle:  tres  duces  gentis
Ungariae  capti,  erzählt  Widukind  3,48,  ducique  Heinrieo  praesentati,
mala  inorte  ut  digni  erant  multati  sunt:  suspendio  namque  crepuerunt
  (vgl.  Ruotgeri  vita  Brunonis  c.  33:  regem  ipsum  barbarorum,
duces  et  principes  captivos).  Heinrich  lag  krank  in  seiner  Residenz
Regensburg.  Von  den  drei  Anführern  nennen  die  Ann.  Sangall.  maj.
(Pertz  SS.  1,79)  die  den  erwähnten  Modus  der  Hinrichtung  gleichfalls
Sitzb.  d.  pbil.-hist.  CI.  LIII.  Bd.  I.  Hft.  14
            
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