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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Lehen  Willirams,  Abtes  von  Ebersberg  in  Baiern.

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vorzutragen.  So  namentlich,  wenn  er  den  Graten  Ratolt  im  Jahre
919,  dessen  Sohn  Eberhard  30  Jahre  später  949,  crsteren  also  gerade ­
  110,  letzteren  80  Jahre  vor  Ulrich  (f  1029)  sterben  lässt.
Ausserdem  schlug  er  einigemal  das  Ehersberger  Nekrolog,  auch  für
das  Privileg  Heinrichs  III.  von  1040  (aus  der  Originalurkunde  gedruckt ­
  Mon.  Bo.  29,  I,  5(5  f.)  entweder  dieses  seihst  oder  den  Codex
traditionum  nach.
Den  Ungarn  widmet  er  zwei  Excurse.  Die  Gründung  des
Nonnenklosters  Geisehfeld  (1037)  fügt  er  hinzu  und  bespricht  das
Verhältniss  desselben  zu  Ebersberg,  insbesondere  die  Befugniss  und
Verpflichtung  des  Ehersberger  Abtes,  hei  gewissen  Gelegenheiten
dort  einzugreifen,  auf  solche  Weise,  dass  man  sich  fast  zu  der  Vermutung ­
  gedrängt  fühlt,  es  seien  hiemit  nicht  sowohl  bestehende  Verhältnisse ­
  als  der  Anerkennung  noch  sehr  bedürftige  Ansprüche  dargestellt ­
  !).  Dass  er  die  Cleriker  des  ursprünglichen  Collegiatstiftes,
an  deren  Stelle  mit  Abt  Reginbold  erst  Benedictiner  traten,  für  Augustiner ­
  hält  (clerici  reguläres  de  ordine  s.  Augustini),  ist  ein  leicht
verzeihlicher  Anachronismus.  Durch  nichts  aber  erscheint  uns  die
Schrift  so  merkwürdig  wie  durch  ihre  Angaben  über  die  Regierungsjahre ­
  der  Stiftspröpste.
Die  erste  Chronik  legte  dem  Meginbold  16,  dem  Günther
11  Jahre  bei,  über  Hunfrid  und  Dietker  enthielt  sie  keine  Zeitbestimmung ­
  als  des  ersteren  Todesjahr.  Wenn  nun  die  zweite  Chronik  dem
Hunfrid  29,  dem  Dietker  21  Jahre  gibt,  im  übrigen  aber  sich  an  die
erste  hält,  so  ist  es  klar,  dass  sie  ihre  Hauptquelle  nicht  zu  verlassen
wagte,  wo  diese  deutlich  genug  sprach,  aber  wo  sie  schwieg,  die
Ergänzungen  einer  anderen  Quelle  keineswegs  verschmähte.  Und
diese  andere  Quelle  war  ohne  Zweifel  unser  Abtkatalog.
Woher  nun  aber  hei  dem  jüngeren  Chronisten  das  Datum  928
für  die  Gründung  des  Stiftes,  welches  der  beglaubigteren  Angabe  des
Codex  traditionum,  934,  so  auffallend  widerspricht?  Auch  hierüber
schwieg  das  ältere  Werk.  Aber  konnte  der  Abtkatalog  irgend  welche
Auskunft  erteilen?  Schon  oben  meinten  wir  erkannt  zu  haben,  dass
er  sich  der  Rechnung  nach  Jahren  unserer  Zeitrechnung  ganz  ent-1)

  Giesebrecht  vermutet  a.  0.,  ilie  zweite  Chronik  sei  nicht  in  Ebersberg,  sondern
in  Geisenfeid  abgefasst.  Die  obigen  Bemerkungen  über  ihre  Quellen  scheinen  sie
doch  auf  Ebersberg  zu  fixieren.
            
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